Anlässlich eines vom 11. bis zum 13. September abgehaltenen Kongresses im ehemaligen Zuchthaus Cottbus unter dem Motto „Zwangsarbeit in politscher DDR-Haft“ haben die anwesenden ehemaligen politischen Häftlinge aus der DDR nachfolgenden Appell beschlossen. Der Appell ist gerichtet an den Botschafter der Republik Belarus in Deutschland mit der Aufforderung diesen an seine Regierung weiterzuleiten.

Wir, die ehemaligen politischen Häftlinge der DDR appellieren an die Regierung der Republik Belarus alle politischen Gefangenen in Belarus unverzüglich freizulassen und die vom Volk verlangte Aufnahme eines Dialogs zu ermöglichen.Wir, die Deutschen, wissen was es bedeutet, wenn ein Volk geteilt ist. Bitte lassen Sie es nicht zu, dass das Volk der Republik Belarus in Auseinandersetzungen über die Zukunft ihres Landes geteilt wird. Bitte helfen Sie mit, dass das Volk der Republik Belarus in freier Selbstbestimmung über seine Zukunft entscheiden kann.

Im Namen der anwesenden politischen Häftlinge und Menschenrechtsaktivisten.

Dieter Dombrowski

Bundesvorsitzender der UOKG

Am 1. Oktober 2020 wurde der Appell in der Botschaft von Belarus abgegeben.

„Diesen Menschen ist schwerstes Unrecht widerfahren“

Heute ging das von der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (UOKG) und seinen Kooperationspartnern, dem Menschenrechtszentrum Cottbus (MRZ), der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Memorial Foundation Victims of Comunism (VIC) veranstaltete Tribunal „Zwangsarbeit in politscher DDR-Haft“ zu Ende. Die hochkarätig besetzte internationale Jury, darunter auch zwei Abgeordnete von CDU/CSU und FDP des Deutschen Bundestages, hatte sich in den letzten zwei Tagen verschiedene Fachvorträge und insgesamt 14 Zeugen und Zeuginnen angehört, bevor sie heute das viel zu beachtende Ergebnis in Form der „Cottbuser Erklärung zur DDR-Zwangsarbeit“ präsentierte.

Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG):

„Es ist wichtig, dass im 30. Jahr der Deutschen Einheit die Ausbeutung von politischen Gefangenen durch Zwangsarbeit nicht in Vergessenheit gerät. Viele der ehemaligen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen haben schwere körperliche und seelische Schäden zurückbehalten. Die Jury war in der Beratung und in ihren Forderungen einig. Diesen Menschen ist schwerstes Unrecht widerfahren und sie benötigen Hilfe und Unterstützung.“

Die Veranstaltung ist auch als Livestream auf unserem YouTube-Kanal UOKGNews zu verfolgen. Den Kanal finden Sie unter: https://www.youtube.com/channel/UCUIJCC9UqEajt3vQESeFwLw

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns, Sie für das Tribunal „Zwangsarbeit in politscher DDR-Haft“ vom 11. – 13. September im Menschenrechtszentrum in Cottbus einzuladen. Eine Kooperationsveranstaltung der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (UOKG) mit dem Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. (MRZ) und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters.

Mit dem Tribunal verfolgen wir folgende Ziele:

1. Wir wollen erreichen, dass über die zum großen Teil menschenverachtende Ausbeutung in politischer DDR-Haft in einer breiteren Öffentlichkeit gesprochen wird.

2. Wir wollen erreichen, dass eine internationale Jury Zeugen anhört, um festzustellen, ob die Merkmale von verbotener Zwangsarbeit und Ausbeutung nach den international anerkannten Definitionen erfüllt sind.

3. Wir wollen, dass die Befragung von Zeitzeugen, die Erkenntnisse mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen und das durch das Tribunal zu erwartende Votum der internationalen Jury zu Konsequenzen in der Politik und Wirtschaft führen.

Bitte beachten Sie, dass auf Grund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Hygienemaßnahmen nur eine begrenzte Anzahl von Gästen möglich ist, weshalb eine frühzeitige Anmeldung empfohlen wird.

Anbei finden Sie den Flyer für das Tribunal mit allen Informationen zum Programm, zur Anmeldung und sonstigen wichtigen Hinweisen.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Mit herzlichen Grüßen

Dieter Dombrowski

Der Sprecher der Bundesregierung Steffen Seibert hat soeben mitgeteilt, dass es einen „zweifelsfreiender Nachweis“ für eine Vergiftung mit einem chemischen Nervenkampfstoff des Regimekritikers und Oppositionspolitikers Alexej Nawalny gibt. Auf Veranlassung der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat ein Spezial-Labor der Bundeswehr eine toxikologische Untersuchung anhand von Proben Alexej Nawalnys durchgeführt, wobei der zweifelsfreie Nachweis eines chemischen Nervenkampfstoffes der Nowitschok-Gruppe erbracht wurde. Alexej Nawalny war am 22. August, nachdem die Ausreise zunächst verweigert wurde, mit Vergiftungserscheinungen aus Russland kommend zur ärztlichen Behandlung nach Berlin geflogen worden.

Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG):

„Die Verbände und Initiative der SED-Opfer treten nicht nur für ihre eigenen Interessen, sondern auch für unsere Demokratie ein. Es ist auch die Pflicht von Opfern des Kommunismus menschenverachtenden Systemen entgegenzutreten. Der nunmehr erwiesene Mordversuch an dem russischen Regimekritiker Alexey Navalny mit einem chemischen Kampfstoff, der sich ausschließlich im Besitz der russischen Regierung befindet, ist ein weiterer Beweis für die antidemokratische Entschlossenheit des Systems Putin.“

Dombrowski weiter: „Die Bundesregierung und die Europäische Union muss alles unternehmen, um dem Morden an russischen Regimekritikern ein Ende zu setzen.“

Die Deutsche Presse Agentur (dpa) hat heute folgende Meldung herausgegeben:

„Die Opfer der SED-Diktatur spielen nach Einschätzung ihres Dachverbands bei den Feiern zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung keine Rolle. «Bei den Feierlichkeiten zu 30 Jahren deutscher Einheit kommen Hunderttausende Opfer der SED-Diktatur leider nicht vor», sagte der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Dieter Dombrowski, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). Im Laufe der Existenz der DDR seien immerhin 250 000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert worden. «Es gibt keine einzige Veranstaltung, die irgendetwas mit dem SED-Unrecht zu tun hat. Das ist schade. Denn es gehört auch zur deutschen Einheit. Corona ist da keine Ausrede», sagte Dombrowski.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), widersprach. Die Interessen der SED-Opfer seien «ein Dauerthema», sagte Wanderwitz dem RND. «Wir haben als Koalition da ganz gut geliefert.» So würden derzeit die Überführung der Stasiakten ins Bundesarchiv und die Schaffung eines Opferbeauftragten anstelle des Stasiunterlagen-Beauftragten gesetzgeberisch vorbereitet.

Wanderwitz bedauerte, dass das Einheits-Jubiläum wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant begangen werden könne. «Wir hätten uns gewünscht, dass wir in ganz anderer Art und Weise Öffentlichkeit erzielen können», sagte der CDU-Politiker. 

In Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam wollen sich vom 5. September bis zum 4. Oktober auf einem Rundkurs in der Innenstadt alle Bundesländer, die Verfassungsorgane wie Bundestag und Bundesrat sowie weitere Institutionen präsentieren. Die 30-tägige «EinheitsEXPO» unter dem Motto «30 Jahre – 30 Tage – 30xDeutschland» sei wegen der Corona-Pandemie die Alternative zur ursprünglich geplanten Einheitsfeier am ersten Oktoberwochenende. Höhepunkt der Feierlichkeiten soll ein Festakt zum 30-jährigen Bestehen des wiedervereinigten Deutschlands am 3. Oktober im Filmpark Babelsberg sein. Brandenburg hat derzeit den Vorsitz im Bundesrat inne und ist daher Gastgeber der diesjährigen Einheitsfeier.“

Gedenkstätte Frauenzuchthaus Hoheneck

Veranstalter: UOKG e.V.

Kooperationspartner: Forum für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen der SBZ/SED-Diktatur; Gedenkstätte Frauenzuchthaus Hoheneck; Stadt Stollberg/Sachsen; Areal Stalburc

Gefördert durch: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters

Wichtige Informationen:

Liebe Interessenten am Bundeskongress politisch verfolgter Frauen,

der Kongress ist leider seit Anfang Februar mit 100 Anmeldungen ausgebucht. Erfahrungsgemäß sagen einige wenige angemeldete Teilnehmer wieder ab. Zu diesem Zweck führen wir eine Warteliste, in die Sie sich gerne eintragen lassen können. Sie können sich gerne gegen einen Unkostenbeitrag von 10€ für Samstag, den 24. Oktober, als Tagesgast anmelden. In diesem Fall müssen wir Sie bitten, für Ihre Verpflegung und Unterkunft selbst zu sorgen.

Anmeldungsschluss für Tagesgäste ist der 15. September 2020. Bitte melden Sie sich auch als Tagesgast unbedingt unter folgender Mailadresse an: kongress.hoheneck@uokg.de

Adressen und Kontakt:

Organisationsbüro; Telefon: 01525/ 85 44 133; E-Mail: kongress.hoheneck@uokg.de

Dorint Kongresshotel; Brückenstraße 19; 09111 Chemnitz; Internet: hotel-chemnitz.dorint.com; Telefon: 0371 683-0

Gedenkstätte Frauenzuchthaus Hoheneck; An der Stalburg 6; 09366 Stollberg/Erzgeb.; Internet: gedenkstaette-hoheneck.de

Tagungsort:

Bürgergarten Stollberg; Hohensteiner Straße 16; 09366 Stollberg/Erzgeb.; Internet: buergergarten-stollberg.de

Ökumenischer Gottesdienst am Sonntag

St.-Jakobi-Kirche; Hauptmarkt 7 09366 Stollberg/Erzgebirge

Programm am Freitag, dem 23. Oktober 2020:

16:00 Uhr Anreise und Anmeldung im Dorint Hotel/Chemnitz

17:30 Uhr Abfahrt mit dem Shuttle-Bus nach Stollberg

18:30 Uhr Kleiner Imbiss im Bürgergarten

19:00 Uhr Kranzniederlegung am Gedenkstein

19:30 Uhr Wieder im Bürgergarten:

Begrüßung und Grußworte u.a. von:

Marcel Schmidt, Oberbürgermeister von Stollberg

Dieter Dombrowski, UOKG-Bundesvorsitzender

Konstanze Helber, Forum politisch verfolgter Frauen

20:00 Uhr Lieder mit Bettina Wegner und Karsten Troyke, Gitarre Jens-Peter Kruse „El Aleman“

21:00 Uhr Rückfahrt mit Shuttle-Bus ins Dorint Hotel

Programm am Samstag, dem 24. Oktober 2020:

09:00 Uhr Abfahrt mit dem Shuttle-Bus nach Stollberg

10:00 Uhr Auftakt und Einführung

Tages-Moderation: Isabel Fannrich, Journalistin

10:15 Uhr Frauen als Opfer in der unmittelbaren Nachkriegszeit

Sibylle Dreher über Deportationen

Margot Jann über willkürliche Verhaftungen

10:45 Uhr Frauen in politischer Haft

Dr. Sibylle Plogstedt, Publizistin

11:30 Uhr Frauen im Widerstand

Dr. Katharina Lenski, Historikerin, Uni Jena

12:15 Uhr Mittagessen im Bürgergarten

13:15 Uhr Sexuelle Gewalt als Teil politischer Repressionen

Dr. Karl-Heinz Bomberg, Arzt, Liedermacher

14:00 Uhr Auswirkungen politischer Haft in der DDR auf Frauen

Dr. Maya Böhm, Psychologin, Uni Leipzig

14:45 Uhr Kaffeepause

15:30 Uhr Psychische Repressionsfolgen bei Frauen

Dipl.-Psych. Stefanie Knorr, Beratungsstelle „Gegenwind“ Berlin

16:15 Uhr Zur sozialen Lage politisch verfolgter Frauen

Dr. Dominikus Vogl, Berliner Institut für Sozialforschung (angefragt)

17:00 Uhr Forschungskooperation „Gesundheitliche Langzeitfolgen von SED-Unrecht“

Adrian Gallistl, Psychologe, Uni Jena

17:45 Uhr Das Frauenforum: Forderungskatalog

Konstanze Helber und Carla Ottmann

18:15 Uhr Abendbrot

19:30 Uhr „… da draußen fliegt die Zeit vorbei“

Texte und Filmsequenzen zur politischen Verfolgung von Frauen in der SBZ/DDR, u.a. mit

Alexandra Pohlmeier, Autorin, Filmemacherin und Thea(l)ternativ Stollberg e.V.,

moderiert durch

Uljana Sieber, Leiterin der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden

21:00 Uhr Rückfahrt mit Shuttle-Bus ins Dorint Hotel

Programm am Sonntag, dem 25. Oktober 2020

09:00 Uhr Abfahrt (mit Gepäck) mit dem Shuttle-Bus nach Stollberg

10:00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst in der St.-Jakobi-Kirche Stollberg im Gedenken an Frauen als Opfer politischer Repression mit Pater Raphael Bahrs und Pfarrer Lothar Gratowski

11:30 Uhr Abschlussveranstaltung mit Verabschiedung einer bundesweiten Resolution „Das Schweigen brechen – den Opfern helfen“ im Bürgergarten

Für Sonntagvormittag ist der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer für ein Grußwort angefragt.

12:30 Uhr Ausklang: gemeinsames Mittagessen im Bürgergarten

13:00 Uhr Busabfahrt nach Chemnitz Hbf

Führungen durch die Gedenkstätte

Auf Hoheneck finden gerade Baumaßnahmen statt. Der Rundgang ist daher nicht behindertengerecht und nur in kleinen Gruppen für Kongressteilnehmer möglich.