Ankündigung für die ZDF-Sendung 37 Grad am 22.03.22, 22:15 – DDR-Häftlinge kämpfen gegen das Vergessen

Das Zuchthaus Cottbus war eines der größten politischen Gefängnisse der DDR. Frühere Insassen haben es gekauft und ein Menschenrechtszentrum daraus gemacht. Die „37°“-Reportage „Wir wollten nur raus – DDR-Häftlinge kämpfen gegen das Vergessen“ begleitet am Dienstag, 22. März 2022, 22.15 Uhr, drei Menschen, denen im Zuchthaus Cottbus Unrecht widerfahren ist. Die Folgen der Haft belasten sie bis heute. Der Film von Katrin Lindner steht am Sendetag ab 8.00 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung.  

„37°“ in der ZDFmediathek: https://zdf.de/dokumentation/37-grad   

Der Bundestag hat sich am Donnerstag, 17. März 2022, ausdrücklich für die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft in Deutschland bekannt. Ein entsprechender Antrag der Regierungskoalition mit dem Titel „Die Opfer des Kommunismus würdigen, eine Brücke zu kommenden Generationen schlagen- Mahnmal für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft realisieren“ wurde im Anschluss der Debatte direkt abgestimmt und mit der Mehrheit von SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und FDP angenommen.

Hierzu erklärt der Bundesvorsitzende der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft Dieter Dombrowski:  „Bereits 2019 hat der Deutsche Bundestag mehrheitlich die Errichtung des Mahnmals für die Opfer des Kommunismus beschlossen. Der Stillstand in der Standortfrage muss vom Bezirk Berlin- Mitte nun zügig beendet werden. Die UOKG hat gemeinsam mit der Stiftung Aufarbeitung ein Konzept vorgelegt und der Kulturausschuss des Deutschen Bundestages hat sich in einer Protokollerklärung am 9. Juni 2021 für den Standort in der Scheidemannstraße ausgesprochen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass es für diesen Standort konkurrierende Ideen gibt. Nur ist kein Vorschlag soweit gediegen, wie das Mahnmal für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft.  Dieser Standort nahe dem Kanzleramt und mit Blick auf den Bundestag zeigt, dass es sich nicht nur örtlich, sondern auch historisch und politisch um ein zentrales Thema handelt. Mit dem Mahnmal an dieser Stelle erhalten die Opfer die nötige Sichtbarkeit und Anerkennung. Die intensive Beschäftigung des Parlaments mit diesem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte sendet auch ein wichtiges politisches Signal nach Russland aus, dass Zivilgesellschaften bestandskräftig gegen unmenschliche und totalitaristische Entwicklungen sind.“

Der Deutsche Bundestag hat gestern in einer vereinbarten Debatte an die Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erinnert. Anlass war der 30. Jahrestag der Einsetzung der ersten Enquete-Kommission „zur Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“. Ziel war es, das Unrecht in der DDR zu durchleuchten. Von 1995 bis 1998 folgte eine zweite Enquete mit dem Titel „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit“. Beide Gremien setzten sich in den Jahren 1992 bis 1998 detailliert mit der DDR-Vergangenheit sowie der Wiedervereinigung auseinander und machten Vorschläge zur Wiedergutmachung. Hierzu erklärt Dieter Dombrowski Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft: „Die Aufarbeitung des SED-Unrechts ist nicht abgeschlossen, sondern ist ein fortwährender Prozess. Die Empfehlungen von damals zeigen, dass noch immer nicht alle Opfer der SED-Diktatur rehabilitiert oder entschädigt worden sind.“

Das Oberste Gericht Russlands hat gestern endgültig das Verbot für Memorial International verfügt.

Wir verurteilen das Vorgehen der russischen Regierung gegen unsere Freunde von MEMORIAL International auf das Schärfste, so Dieter Dombrowski Bundesvorsitzender der UOKG e.V.

Mit ihrem Einsatz für historische Aufarbeitung und die Wahrung von Menschenrechten steht die Organisation MEMORIAL stellvertretend für diejenigen Menschen in Russland, denen Meinungsfreiheit und Frieden, Gerechtigkeit, eine wertebasierte Ordnung und gesellschaftliche Mitbestimmung wichtige Anliegen sind, für die sie sich einsetzen – oft unter großen persönlichen Opfern. MEMORIAL International steht für diejenigen Russinnen und Russen, die sich für Wahrheit, historische Aufklärung und Menschenwürde engagieren. Sie verdienen angesichts des Krieges gegen die Ukraine umso mehr unseren Respekt und unsere Unterstützung.

Öffentliche Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht

Die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft hat am vergangenen Freitag eine Petition mit dem Ziel eingereicht, dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wegen dessen geschäftlicher Kontakte zu Russland die staatlichen Bezüge zu kürzen.

„Mit der Petition wird gefordert, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, ehemaligen Mitgliedern der Bundesregierung ähnlich wie im Beamtenrecht beim Handeln gegen die nationalen Interessen Privilegien und Bezüge zu kürzen oder ganz zu streichen“, so Dieter Dombrowski abschließend.

Der jahrelange Streit um die Benennung einer Straße in einem Neubaugebiet in Oranienburg nach Gisela Gneist geht in die nächste Runde. In der Stadtverordnetenversammlung ist gestern ein neuer Beschlussvorschlag gescheitert. Ein Kompromissvorschlag von den Fraktionen SPD, CDU, FDP und Freie Wähler/Piraten, der eine Umbenennung der Straße und die Benennung einer Straße in einem anderen Wohngebiet nach Gneist vorsah, wurde gestern in der Sitzung zurückgezogen. Die im Jahr 2020 erfolgte Benennung der Straße nach Gneist, die von 1946 bis 1959 im sowjetischen Speziallager Nr. 7 Sachsenhausen inhaftiert war, hat nun weiterhin Bestand.

Zu Beginn der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hatte der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft, Dieter Dombrowski, an die Stadtverordneten appelliert, bei Beurteilungen von Personen im Nachhinein stets das gesamte Leben zu betrachten. Dombrowski verwies darauf, dass Gneist in den 1990er Jahren von der russischen Militärstaatsanwaltschaft rehabilitiert worden sei.