08. Okt. Herzlichen Glückwunsch: Evelyn Zupke mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft gratuliert der SED-Opferbeauftragten des Bundes, Evelyn Zupke, aufs Herzlichste zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit wurde sie von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Diese hohe Auszeichnung ist eine hochverdiente Anerkennung für ihren jahrzehntelangen, unermüdlichen Einsatz für Freiheit und Demokratie.
Der Mut von Evelyn Zupke zeigte sich bereits früh in der DDR. Sie engagierte sich im oppositionellen Weißenseer Friedenskreis und trug im Mai 1989 maßgeblich dazu bei, den systematischen Wahlbetrug bei den Kommunalwahlen aufzudecken – diese mutige Tat war ein entscheidender Funke für die Friedliche Revolution. Auch bei den Mahnwachen an der Ost-Berliner Gethsemanekirche stand sie an vorderster Front und gestaltete später am Runden Tisch den demokratischen Neuanfang aktiv mit.
Für die UOKG ist Evelyn Zupke heute jedoch weit mehr als eine herausragende Bürgerrechtlerin. Als erste Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur ist sie unser wichtigstes politisches Sprachrohr und eine unverzichtbare Verbündete. Ihre enorme Wichtigkeit für unseren Dachverband zeigt sich in ihrer außergewöhnlichen Präsenz und Nahbarkeit: Evelyn Zupke ist bei vielen wichtigen Veranstaltungen und Gedenkfeiern der UOKG persönlich eingebunden. Ganz besonders bei unseren halbjährlichen Verbändetreffen ist sie eine feste und hochgeschätzte Konstante. Sie sucht stets das direkte Gespräch, hört den Betroffenen zu und trägt unsere gemeinsamen Forderungen mit Nachdruck in den Bundestag.
Durch diesen engen, vertrauensvollen Schulterschluss konnten wir in der jüngeren Vergangenheit bedeutende Erfolge erstreiten – darunter die Erhöhung der Opferrente, die Etablierung des neuen Härtefallfonds für Betroffene in wirtschaftlichen Notlagen sowie entscheidende Erleichterungen bei der Anerkennung verfolgungsbedingter Gesundheitsschäden.
Evelyn Zupke betont: „Wenn der Bundespräsident Orte wie Hoheneck oder den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau besucht, zeigt das den Betroffenen: Das Unrecht, das ihnen in der Diktatur widerfahren ist, wird heute in unserer Demokratie gesehen und anerkannt. Für meine Arbeit ist das wichtiger Rückenwind, um die Anliegen der Opfer weiter in die politische Debatte zu tragen.“
Dass Evelyn Zupke nun diese hohe staatliche Ehrung erfährt, ist zugleich ein starkes und tröstliches Signal an alle Opfer der SED-Diktatur: Ihr historisches Leid wird nicht vergessen und der fortwährende Einsatz für Gerechtigkeit erfährt höchste Anerkennung.
Liebe Evelyn Zupke, die UOKG und all ihre Mitgliedsverbände danken Ihnen von Herzen für Ihr herausragendes Engagement, Ihre unerschütterliche Empathie und die großartige Zusammenarbeit. Wir gratulieren Ihnen zu dieser wohlverdienten Ehrung und freuen uns darauf, den Weg der Aufarbeitung auch in Zukunft gemeinsam mit Ihnen weiterzugehen!
Foto: Evelyn Zupke beim dritten Bundesfrauenkongress in Dessau 2025. Lucas Hütter, UOKG