35 Jahre UOKG
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Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der UOKG. Foto: UOKG A. Mühlbauer

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Unterstützer der UOKG,
vor 35 Jahren wurde unser Dachverband für die Opfer von SED-Herrschaft und Kommunismus von sieben Gründungsverbänden ins Leben gerufen. Seitdem ist viel Zeit vergangen. 35 Jahre sind eine lange Zeit – und doch sind die Ereignisse, die zur Gründung unseres Verbandes geführt haben, für viele Menschen bis heute gegenwärtig.

Das  Jubiläum zum 35-jährigen Bestehen unseres Verbandes stimmt allerdings auch nachdenklich. Eigentlich sollte dies ein Grund zum Feiern sein. Für uns trifft das nur bedingt zu. Denn sowohl die Gründung unseres Verbandes als auch unsere jahrzehntelange Arbeit wurden notwendig, weil ein Staat seine eigenen Bürgerinnen und Bürger verfolgt und ihrer Freiheit beraubt hat. Es wäre besser, wenn es die UOKG nicht geben müsste.

Aber das geschehene Unrecht lässt sich nicht ungeschehen machen. Die erlittenen Demütigungen können nicht ausgelöscht und zerstörte Lebenswege nicht vollständig wiederhergestellt werden. Was wir jedoch tun können, ist, die Folgen dieses Unrechts zu mildern, die Erinnerung wachzuhalten und dafür zu sorgen, dass die Opfer nicht vergessen werden.

Genau darin liegt bis heute eine wesentliche Aufgabe der UOKG. Wir blicken deshalb mit Dankbarkeit, aber auch mit Stolz auf das zurück, was in den vergangenen 35 Jahren erreicht werden konnte. Dazu gehören wichtige Verbesserungen für die Betroffenen, etwa die Einführung der Opferrente im Jahr 2007, die Berufung einer Beauftragten des Deutschen Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Kommunismus in Deutschland, die verstärkte öffentliche Thematisierung der Zwangsarbeit politischer Häftlinge in der DDR und nicht zuletzt die deutlichen Verbesserungen durch die Rehabilitierungsgesetze von 2025.

Diese Fortschritte sind nicht vom Himmel gefallen. Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Beharrlichkeit, vieler Gespräche und nicht zuletzt des Mutes der Opfer selbst, ihre Erfahrungen immer wieder öffentlich zu machen. Die UOKG versteht sich nicht nur als Interessenvertretung der Opfer von SED-Herrschaft und Kommunismus. Unsere Satzung, aber noch mehr unser Selbstverständnis, verpflichtet uns dazu, uns für alle Menschen einzusetzen, die Opfer rassischer, religiöser oder politischer Verfolgung geworden sind. Wir stehen für die Würde jedes einzelnen Menschen und für das Recht auf Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Noch immer gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Deshalb brauchen wir weiterhin einen respektvollen und verständnisvollen Dialog – ohne das Unrecht zu relativieren und ohne die Opfer gegeneinander auszuspielen. Denn die Rufe der Friedlichen Revolution von „Wir sind das Volk!“ und später „Wir sind ein Volk!“ haben eine Verpflichtung hinterlassen. Sie erinnern uns daran, dass Demokratie von den Menschen lebt und dass Freiheit und Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeiten sind.

Herzlichen Dank, Ihr Dieter Dombrowski!

Anlässlich unseres Jubiläums haben wir eine Festschrift zusammengestellt. Auszüge daraus finden Sie ab sofort hier auf unserer Seite unter „35 Jahre UOKG“, die wir bis Ende diesen Jahres ergänzen werden. Die Festschrift ist unten auch als PDF zum Download erhältlich. Viel Spaß bei der Lektüre!

Anlage:

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pdf Festschrift „35 Jahre UOKG“ 14 MB 0