13. Okt. Festveranstaltung „35 Jahre UOKG – Ehrenamt, das trägt“ im Paul-Löbe-Haus
Am 9. Oktober 2026 blickte die UOKG im Berliner Paul-Löbe-Haus auf ein besonderes und zugleich nachdenklich stimmendes Jubiläum zurück. Unter dem Leitgedanken „35 Jahre UOKG – Ehrenamt, das trägt“ kamen Mitglieder und Gäste zusammen, um auf dreieinhalb Jahrzehnte unermüdlichen Einsatzes für die Opfer von SED-Herrschaft und Kommunismus zurückzuschauen.
Durch den abwechslungsreichen und würdevollen Nachmittag führte Moderator Dr. Peter Keup. Wie der Bundesvorsitzende der UOKG, Dieter Dombrowski, in seiner Ansprache betonte, ist ein solches Jubiläum für den Verband eigentlich nur bedingt ein Grund zum uneingeschränkten Feiern. Die Existenz und die jahrzehntelange Arbeit der Interessenvertretung wurden überhaupt erst notwendig, weil ein Staat seine eigenen Bürgerinnen und Bürger verfolgt und ihrer Freiheit beraubt hat. Doch das geschehene Unrecht lässt sich nicht ungeschehen machen. Umso wichtiger ist es der UOKG, gemeinsam mit ihren Unterstützern die Folgen dieses Unrechts zu mildern, die Erinnerung wachzuhalten und den Opfern eine starke Stimme zu geben.
Mit Dankbarkeit und auch mit einem gewissen Stolz blickt die UOKG daher auf das, was in den vergangenen 35 Jahren durch Beharrlichkeit und den Mut der Betroffenen erreicht werden konnte. Meilensteine wie die Einführung der Opferrente 2007, die geplante Errichtung eines Mahnmals, die stärkere Thematisierung der Zwangsarbeit, die Berufung der SED-Opferbeauftragten und nicht zuletzt die deutlichen Verbesserungen durch die Rehabilitierungsgesetze von 2025 sind historische Erfolge, die bleiben.
Dass dieses Anliegen in der Mitte der Gesellschaft und der Politik verankert ist, zeigte die beeindruckende Liste der Gäste und Redner. Eine besondere Ehre war die Videobotschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ebenso dankbar zeigte sich die UOKG für die wertschätzenden Grußworte des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner, von Maria Bering stellvertretend für den Kulturstaatsminister, dem Berliner Aufarbeitungsbeauftragten Frank Ebert, der Vizepräsidentin des Bundesarchivs Alexandra Titze sowie von Niels Schwiderski für die Stiftung für ehemalige politisch Verfolgte. Einen nachdenklichen Höhepunkt bildete die Festrede des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Arnold Vaatz.
Der Nachmittag bot jedoch nicht nur Raum für politische und historische Bilanzen, sondern auch für Emotionen, Erinnerung und Kultur. Nach einem berührenden Einstieg von Manfred May mit Texten der edition H sowie musikalischen Beiträgen aus NKWD-Lagern, interpretiert von Anna Barbara Kastelewicz und Dmitri Sokolov, ehrte die UOKG in einer stillen Minute ihre im Jahr 2026 verstorbenen Mitglieder. Ein besonderer Moment war zudem die Verleihung der Goldenen Ehrennadel an Dr. Rita Lüdtke, Carla Ottmann und Niels Schwiderski für ihre Bemühungen um die UOKG.
Dass dieser Tag überhaupt in dieser Form und in diesem Rahmen stattfinden konnte, verdankt die UOKG maßgeblich der SED-Opferbeauftragten beim Deutschen Bundestag, Evelyn Zupke, der im Rahmen der Veranstaltung auch noch einmal herzlich zum Bundesverdienstkreuz gratuliert wurde. Ohne ihre immense Unterstützung und ihr leidenschaftliches Engagement wäre diese Veranstaltung schlichtweg nicht möglich gewesen.
Der tiefste Dank unseres Verbandes gilt natürlich ebenso dem gesamten Team von Frau Zupke sowie allen kulturellen, inhaltlichen und organisatorischen Mitwirkenden. Weitere musikalische Höhepunkte schufen Dr. Karl-Heinz Bomberg und die Rockband „Klosterbrüder“, die in einer Unplugged-Besetzung den offiziellen Teil kraftvoll und emotional ausklingen ließ.
Die Rufe der Friedlichen Revolution verpflichten bis heute. Die UOKG wird weiterhin für die Würde jedes einzelnen Menschen, für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit eintreten und den Dialog in der Gesellschaft fördern.
Anlässlich unseres Jubiläums haben wir eine Festschrift zusammengestellt, die auch als PDF zum Download erhältlich ist. Auszüge daraus finden Sie ab sofort auf unserer Webseite unter „35 Jahre UOKG“, die wir bis Ende diesen Jahres ergänzen werden.
Fotos: Sebastian Sachse, UOKG































