24. Sep. Einweihung der Gedenktafel für die Zwangaussiedlungen in Dömitz
In der Elbestadt Dömitz wurde am 17. September 2026 an der Johanneskirche am Slüterplatz eine Gedenktafel eingeweiht, die an ein dunkles Kapitel der DDR-Geschichte erinnert: die Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze.
Unter der Inschrift „Geraubte Heimat – Erinnerung an die Zwangsaussiedlungen in Dömitz“ wird jener mehr als 300 Bürgerinnen und Bürger gedacht, die in den Jahren 1952 und 1961 aus ihren Häusern vertrieben wurden. In ganz Westmecklenburg betrafen diese Maßnahmen, die von der SED-Diktatur unter menschenverachtenden Decknamen wie „Operation Ungeziefer“ durchgeführt wurden, rund 3500 Menschen. Ins Visier des Regimes gerieten dabei vor allem jene, die als „politisch unzuverlässig“ eingestuft wurden. Den Betroffenen blieben oft nur wenige Stunden, um ihr gesamtes Hab und Gut zu packen, bevor sie tief ins Landesinnere deportiert wurden.
Die Gedenkveranstaltung an der Kirche, wo die Plakette bis zur Aufstellung des Gedenksteins vorläufig Platz fand, bot Raum für tiefe Erinnerung. Grußworte sprachen Simone Benke-Saathoff von der Kirchengemeinde, Dr. Anna Kaminsky von der Bundesstiftung Aufarbeitung, Dr. Lars Tschirschwitz, stellvertretender Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur in Mecklenburg-Vorpommern und der stellvertretende Bürgermeister Torsten Scheper.
Besondere Bedeutung für die historische Vermittlung hatte der Beitrag von Inge Bennewitz, Vorstandsmitglied der UOKG. Gemeinsam mit weiteren Zeitzeugen berichtete sie Schülerinnen und Schülern des Gymnasialen Schulzentrums „Fritz Reuter“ von dem erlittenen Unrecht. Torsten Scheper betonte, wie wichtig es sei, diese Geschichte jungen Menschen nahezubringen, da die Grenzbevölkerung damals unter permanenter Beobachtung stand. Dömitz selbst war durch die direkte Lage an der Elbe und den vielen Sperranlagen einer der am stärksten gesicherten und von Grenztruppen geprägten Orte. Die offizielle Gedenkveranstaltung endete würdevoll mit einer Schweigeminute und der Niederlegung von Blumen am neuen Gedenkort.
Wir danken den Gästen der Veranstaltung für die Teilnahme und das würdige gemeinsame Erinnern!
Unter ERINNERUNGSORTE auf unserer Seite finden sie mehr Informationen und spannende weitergehende Links zum Thema Zwangsaussiedlung.
Die Gedenktafel wurde finanziell gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, den Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern und die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e. V.
Fotos: Sebastian Sachse, UOKG













