„DNA des Ostens“ für Grimme Online Award nominiert

Wie blicken die Menschen mehr als 35 Jahre nach der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung auf das Zusammenwachsen von Ost und West? Diese zentrale Frage greift das Projekt „DNA des Ostens“ auf, dass auf dem gleichnamigen Projekt des MDR aufbaut und in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Aufarbeitung unter dem Titel „Identitäten ohne Mauern“ erweitert wurde. Die Auseinandersetzung mit den Nachwirkungen der Teilung und den spezifischen ostdeutschen Erfahrungen ist auch für uns als UOKG von großer Bedeutung, weshalb wir dieses Projekt gerne in den Fokus rücken.

Vor einigen Monaten rief die Bundesstiftung Aufarbeitung dazu auf, sich auf der Website [www.dna-des-ostens.de] an einer umfangreichen Umfrage zu den Erfahrungen, Wahrnehmungen und Einstellungen zur deutschen Einheit zu beteiligen. Die Resonanz war beeindruckend: Rund 2.500 Menschen folgten diesem Aufruf und gaben wertvolle Einblicke in ihre persönlichen Lebenswelten.

Zum Tag der Deutschen Einheit wurden die Ergebnisse dieser Befragung veröffentlicht. Sie zeichnen ein vielschichtiges Bild davon, welche Gemeinsamkeiten heute gesehen werden, aber auch, an welchen Stellen weiterhin deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung existieren. Das zugrundeliegende Projekt befasst sich tiefgehend mit den besonderen ostdeutschen Prägungen. Unter der wissenschaftlichen Begleitung des Sozialwissenschaftlers und Publizisten Dr. phil. Thomas Ahbe, der seit vielen Jahren zur ostdeutschen Erfahrungs- und Transformationsgeschichte forscht, erfolgt eine Betrachtung von neun verschiedenen Generationen.

Zwar arbeitet das Projekt unvermeidlich mit idealtypischen Zuschreibungen, doch bietet genau diese abstrahierende, strukturierende Herangehensweise eine wertvolle Diskussionsgrundlage, um generationenspezifische Prägungen im ostdeutschen Kontext besser begreifen zu können. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich die detaillierten Ergebnisse der Umfrage auf der Website  anzusehen. Ein großer Dank gilt allen, die sich an der Umfrage beteiligt haben.

Zugleich gibt es für das Projekt einen weiteren Anlass zur Freude, den wir als UOKG gerne teilen: Die Website „DNA des Ostens“ wurde für den renommierten Grimme Online Award 2026 nominiert. Dieser Preis ehrt herausragende Online-Angebote für ihre inhaltliche und gestalterische Qualität. Neben der Entscheidung einer unabhängigen Fachjury wird auch ein Publikumspreis vergeben. Seit dem 16. Oktober 2026 ist das Online-Voting geöffnet. Wir rufen Sie dazu auf, sich die nominierten Projekte anzusehen und sich an der Abstimmung zu beteiligen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die wichtige Arbeit zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützen und Ihre Stimme dem Projekt „DNA des Ostens“ geben. Die Abstimmung für den Publikumspreis finden Sie direkt unter [www.grimme-online-award.de].

Foto: Webseite www.dna-des-ostens.de