16. Juli SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke veröffentlicht Jahresbericht 2026
Wie der Bundestag vor kurzem berichtete, hat die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag Evelyn Zupke am 8. Juli 2026 ihren Jahresbericht 2026 an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner übergeben. Darin stellt die Opferbeauftragte dar, wie die Verbesserungen den Betroffenen konkret zugutekommen – und wo noch Handlungsbedarf besteht.
Im Interview mit dem Parlamentsfernsehen stellte Zupke etwa den bundesweiten Härtefallfonds heraus, der Opfern der SED-Diktatur zugutekommt, die rehabilitiert wurden, sich heute aber in einer wirtschaftlich bedürftigen Lage befinden. Verglichen mit Instrumenten ähnlicher Natur, habe sich der Fonds als „sehr effektiv“ erwiesen. „Seit 9. November haben wir circa eine Million Euro an circa 300 Betroffene ausgeschüttet“, so Zupke.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das seit Juli 2025 geltende, bürokratiearme Verfahren zur Anerkennung verfolgungsbedingter Gesundheitsschäden. Bei Krankheitsbildern wie PTBS oder Angststörungen und nachgewiesener Repression (wie politische Haft oder Zersetzung) entfällt nun die Pflicht, einen direkten Kausalzusammenhang nachzuweisen.
Mit Verweis auf ihren Sonderbericht vom Januar 2026 fordert Zupke ein Dopingopfer-Unterstützungsgesetz, um ehemals minderjährigen Betroffenen Zugang zu Entschädigungen zu sichern. Zudem rückt sie Opfergruppen in den Fokus, die abseits der Staatssicherheit Repressionen erfuhren: Frauen, die wegen eines „unangepassten Lebensstils“ in geschlossenen venerologischen Stationen drangsaliert wurden, sowie als „Asoziale“ Inhaftierte.
Die Übergabe des Jahresberichts fand im Beisein des Bundestagspräsidiums in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen statt. Mario Röllig, ein Zeitzeuge, führte die Präsidiumsmitglieder durch die Gedenkstätte. Im Anschluss legten sie zusammen mit Evelyn Zupke an einem Gedenkstein im Hof einen Kranz nieder.
Foto: E. Zupke beim 3. Bundesfrauenkongress im September 2025 in Dessau, L. Hütter
