21. Juli Bericht vom Verbändetreffen der UOKG am 20. & 21. Juni 2026
Am 20. und 21. Juni 2026 fand das Verbändetreffen der UOKG in den neuen Räumen der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. in Berlin statt, die parallel ihren neuen Standort in der Klosterstraße 66 in Berlin-Mitte mit zahlreichen Gästen feierte. Die angebotene Führung durch das neue Archiv war beeindruckend. Auch die Akten der UOKG liegen dort. Den Vorstand der UOKG vertraten der Vorsitzende Dieter Dombrowski und sein Stellvertreter Christoph Fichtmüller, zugleich Vorsitzender der Initiativgruppe Internierungslager Ketschendorf/Speziallager Nr. 5 e. V. Begrüßt wurden außerdem die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag, Evelyn Zupke, sowie der Ehrenvorsitzende der UOKG Roland J. Lange vom Freiheit e.V.
Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke lobte die Zusammenarbeit mit der UOKG und erklärte, das Verbändetreffen sei für sie ein „Besuch bei Freunden“. Sie erläuterte aktuelle Erfolge bei der Verbesserung der Rehabilitierungsgesetze seit 2025 und stellte die neue Rechtsverordnung vor. Dieter Dombrowski ergänzte: „Entscheidend ist, wie die neue Verordnung in der praktischen Umsetzung angewendet wird.“
Drei neue Initiativen stellt sich bei der Mitgliederversammlung vor und beantragten die Aufnahme in die UOKG: Der Lern- und Erinnerungsort Gießen, die AG Zeitzeugenatelier „An der Schmerzgrenze“ und das „Niedersächsische Netzwerk der SED- und Stasiopfer“. Die Anträge wurden nach einer Vorstellungsrunde einstimmig angenommen. Die neuen Mitglieder werden wir in Kürze auch hier an dieser Stelle nochmals ausführlicher vorstellen
Dieter Dombrowski lobte die sehr gute Zusammenarbeit mit den Landesbeauftragten und der SED-Opferbeauftragten Frau Zupke. Beim Verbändetreffen erhielten die Anwesenden einen Überblick über das Engagement der UOKG und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen und Institutionen. Gedenkveranstaltungen an zahlreichen Orten wurden und werden durch den Vorstand wahrgenommen. Theo Mittrup, bisheriger Finanz- und Verwaltungsmanager, schied 2025 nach 19 Jahren Mitarbeit aus. Dieter Dombrowski bedankte sich für die jahrelange Begleitung und geleistete Arbeit und verabschiedete ihn herzlich in den wohlverdienten Ruhestand.
Bis Ende September 2026 müssen die Entwürfe für das zukünftige „Denkmal zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland“ eingereicht werden. Der Standort im Spreebogenpark könnte kaum geeigneter sein: Täglich passieren Tausende Menschen diesen Ort. Im Zusammenhang mit dem Mahnmal stellt sich die Frage, an welchem Tag künftig das offizielle Gedenken stattfinden soll.
Die UOKG vertritt hierzu eine klare Position: „Wir befürworten den 23. August, den Europäischen Gedenktag für die Opfer aller totalitären und autoritären Regime. Dieser Gedenktag wurde vom Europäischen Parlament beschlossen und insbesondere von den Staaten Mittel- und Osteuropas angeregt. In Deutschland gibt es bislang keine Festlegung auf Bundesebene. Das Mahnmal könnte daher ein geeigneter Anlass sein, diese Diskussion voranzubringen. Der 23. August erinnert zugleich an die Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts. Dabei geht es nicht um eine Gleichsetzung von SED-Diktatur und Nationalsozialismus. Vielmehr sollen die Opfer aller totalitären Systeme Erinnerung, Anerkennung und Würdigung erfahren.“ Die Mitgliederversammlung stimmte bei einer Enthaltung für den 23. August als gemeinsamen Europäischen Gedenktag in Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland.
Für das neue Layout unserer Verbandszeitschrift „der Stacheldraht“ sowie den UOKG-Newsletter gab es zahlreiche positive Rückmeldungen. Vorstand und Team der UOKG danken allen Verbandsmitgliedern für ihr Engagement! Herzlichen Dank auch an die Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. für die Unterstützung, die Bereitstellung der Räume, die Archivführung und interessanten Begegnungen bei der Abendveranstaltung.
Am 9. Oktober 2026 begeht die UOKG ihr 35-jähriges Bestehen. Der Festakt wird im Bundestag im Foyer des Paul-Löbe-Haus begangen. Das ist eine besondere Ehre für die UOKG und ihre Mitglieder, aber zuallererst für die Opfer des Kommunismus. Das nächste Verbändetreffen der UOKG findet am 10. Oktober 2026 in der Bundesgeschäftsstelle auf dem Campus für Demokratie in Berlin Lichtenberg statt.
Im aktuellen „stacheldraht“ lesen Sie einen ausführlichen Artikel mit weiteren Details zu den Berichten aus den Verbänden.
Text: Henning Pietzsch, Sandra Czech
Fotos: UOKG, L. Hütter









