17. Juni Besuch von Bundespräsident Steinmeier in der Gedenkstätte Hohenschönhausen
Am 2. Juni 2026 besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, um der Opfer der SED-Diktatur zu gedenken. Für die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft war dies ein wichtiges Zeichen der Anerkennung. Unser Bundesvorsitzender Dieter Dombrowski nahm an dem Gedenken teil und legte gemeinsam mit dem Bundespräsidenten sowie dem Gedenkstätten-Direktor Helge Heidemeyer einen Kranz im ehemaligen Gefängnishof nieder.
Die ehemalige Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit ist ein zentraler Ort der deutschen Diktaturgeschichte. Über 11.000 Menschen wurden hier inhaftiert. Die Gründe reichten vom bloßen Wunsch, die DDR verlassen zu wollen, über offene Kritik am Regime bis hin zum Beharren auf elementaren Grundrechten. Das systematische Ziel der Stasi-Offiziere war es, Geständnisse für politisch gesteuerte Gerichtsverfahren zu erzwingen. Die unmenschlichen Methoden wandelten sich dabei über die Jahrzehnte von offener körperlicher Gewalt in den 1950er Jahren hin zu perfiden Methoden der psychischen Zermürbung durch Isolation, Schlafentzug und Desorientierung.
Bei einem Rundgang durch den Zellentrakt und die Vernehmungsräume suchte der Bundespräsident gezielt das Gespräch mit den Zeitzeugen Renate Werwigk-Schneider, Mario Röllig und Michael Brack, die ihm von ihren Hafterfahrungen und den erlittenen Repressalien berichteten.
„Ich habe großen Respekt, dass Sie an den Ort, an dem Sie so viel Leid erfahren haben, immer wieder zurückzukehren, um davon zu berichten und gleichzeitig die Mahnung mit auf den Weg zu geben, alles dafür zu tun, dass Verhältnisse, wie sie sie erlebt haben, Verhältnisse von bloßer Willkür statt Rechtsstaatlichkeit in diesem Lande, nie wieder einkehren dürfen.“
Frank-Walter Steinmeier stellte klar, dass diese Aufklärungsarbeit der wichtigste Schutz vor einer Verklärung der DDR-Geschichte ist. Die UOKG begrüßt diese klaren Worte sehr. Sie bestärken uns in unserem unermüdlichen Einsatz dafür, dass das entsetzliche Unrecht nicht in Vergessenheit gerät und die Rechtsstaatlichkeit in unserem Land stets verteidigt wird.
Fotos: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Andreas Böttger



