Geschichte(n) des geteilten Berlins: Mein Kiez Lichtenberg

Der diesjährige Berliner Sommer war groß und vor allem heiß, der September verspricht hingegen ideale Bedingungen, um mal wieder den ein oder anderen Stadteil zu erkunden. Passend dazu kommt die Veranstaltungreihe des Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur „Mein Kiez. Geschichte(n) des geteilten Berlins“ nach Berlin-Lichtenberg.

Gemeinsam mit seinen Lichtenberger Kooperationspartnern bietet der BAB ein vielfältiges Veranstaltungsangebot. Dazu gehören Kiez-Spaziergänge rund um die ehemalige Stasi-Zentrale, ein Erzählcafé mit historischen Fotografien des Ortsteils, eine Veranstaltung zu den Erfahrungen ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeitender, ein Filmabend auf dem Campus für Demokratie sowie eine Lesung der in Lichtenberg aufgewachsenen Schriftstellerin Katja Lange-Müller.

Mit der Reihe nimmt der Berliner Beauftragte in den Blick, wie sich die kommunistische Diktatur und die Teilung der Stadt auf das alltägliche Leben in den Ost- und West-Berliner Ortsteilen auswirkten. In Gesprächsrunden diskutieren Fachleute, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über Geschichte und Gegenwart des jeweiligen Kiezes. In einigen Kiezen werden auch geführte Spaziergänge angeboten. Alle Veranstaltungen sind für Besucherinnen und Besucher kostenlos.

Gestartet wird am Donnerstag, den 3. September 2026 um 18 Uhr mit den Dokumentarfilmen „Bruderland ist abgebrannt“ von Angelika Nguyen  und „Sorge 87“ von Thanh und Thuy Phuong Nguyen. In den 1980er-Jahren kamen zahlreiche Menschen aus Vietnam als Vertragsarbeitende in die DDR; viele von ihnen lebten und arbeiteten in Lichtenberg. Nach dem Ende der DDR waren ihre Arbeitsplätze und ihr Aufenthaltsstatus bedroht; rassistische Anfeindungen gegen sie nahmen zu. Im Anschluss an die Dokumentarfilme  sprechen die Filmschaffenden und der Zeitzeuge Chu Tien Tang mit der Journalistin Julia Oelkers über das Leben vietnamesischer Vertragsarbeitender in der DDR und die Umbruchszeit der frühen 1990er-Jahre. Die Veranstaltung findet im Raum für Beteiligung in der Hubertusstr. 47, 10365 Berlin statt.

Publikumsbeteiligung ist ausdrücklich erwünscht! Erzählen Sie gern, wie sie den Alltag in der geteilten Stadt erlebt haben und wie sich das Leben im Schatten der Mauer anfühlte. Wie hat die Diktatur in der DDR Ihr Leben in Ost- oder West-Berlin geprägt? Was ist noch heute davon spürbar im Kiez? Das komplette Programm finden Sie auf der Seite des BAB www.aufarbeitung-berlin.de. Wir sehn uns!

Foto: Kaufhalle Frankfurter Allee, 1976. Museum Lichtenberg