Kultur- und Gedenkveranstaltungen in Berlin zum 65. Jahrestag des Mauerbaus

Am 13. August 2026 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 65. Mal. Obwohl Walter Ulbricht im Juni 1961 noch öffentlich behauptet hatte, niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten, begann die SED am 13. August mit der hermetischen Abriegelung West-Berlins. Mehr als 28 Jahre lang zerschnitt das Bauwerk die Stadt, trennte Familien, Freunde sowie Nachbarn und manifestierte die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Isolation der DDR.

Aus diesem Anlass veranstalten Kulturprojekte Berlin und die Stiftung Berliner Mauer vom 13. bis 16. August 2026 ein stadtweites Programm, das der Opfer gedenkt und historische sowie aktuelle Fragen zu Demokratie und Freiheit in den Blick nimmt. Am Brandenburger Tor konfrontiert eine Installation des Künstlers Hubertus Hamm die Besuchenden physisch mit der Brutalität der einstigen Grenzziehung, während die Open-Air-Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“ die drastischen Auswirkungen der Abriegelung aufzeigt. Anhand historischer Fotografien werden unterschiedliche Perspektiven thematisiert: der ungläubige Schock der betroffenen Bevölkerung, der Blick westlicher Einsatzkräfte und die systematische Überwachung durch die DDR-Staatsmacht. Zeitzeugengespräche und Führungen ergänzen dieses kostenfreie Angebot.

Das Gedenken erstreckt sich auf viele weitere Orte wie das Stasimuseum oder die Berliner Unterwelten. In der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße findet am 13. August die zentrale Gedenkveranstaltung statt. Im Fokus stehen dort insbesondere die Schicksale und Biografien der 140 Todesopfer an der Berliner Mauer. Eine dortige Sonderausstellung widmet sich zudem der gefährlichen Flucht über die Ostsee.

Um die historischen Orte vom Brandenburger Tor bis zur Gedenkstätte Berliner Mauer inhaltlich und räumlich zu verbinden, rückt das Gedenkprojekt die einstigen „Geisterbahnhöfe“ in den Fokus. Großflächige Hinweistafeln an den S-Bahnhöfen Friedrichstraße und Nordbahnhof machen die Geschichte dieser durch die Teilung stillgelegten Stationen im öffentlichen Raum wieder sichtbar. So werden alltägliche Wege innerhalb Berlins in ihrer tiefen historischen Dimension erfahrbar. Realisiert in Kooperation mit dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, lädt das Projekt alle Interessierten dazu ein, der Geschichte der geteilten Stadt zu folgen und das Gedenken an das erlittene Unrecht aktiv wachzuhalten.

Foto: Kulturprojekte Berlin