Neue Ausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung beleuchtet den Machtanspruch der SED

Anlässlich des 80. Jahrestages der Zwangsvereinigung von SPD und KPD im April 1946 veröffentlicht die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur eine neue Wanderausstellung. Unter dem Titel „Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR“ analysiert der Historiker Dr. Stefan Wolle das tiefgreifende Wirken der Staatspartei in alle Lebensbereiche.

Die Ausstellung verdeutlicht, dass die SED weit mehr war als eine politische Organisation: Sie besetzte Politik, Wirtschaft und Justiz und kontrollierte zugleich den privaten Alltag der Menschen. Im Mittelpunkt stehen die Mechanismen ihrer Herrschaft – von ideologischer Schulung und ständiger Loyalitätsforderung bis hin zur Repression durch Polizei und Staatssicherheit. Die Schau macht sichtbar, wie ein System sozialer Abhängigkeiten geschaffen wurde und thematisiert das Spannungsfeld zwischen Überzeugung, Anpassung und Opportunismus.

Ein flexibles Angebot für die Bildungsarbeit
Die Ausstellung folgt dem bewährten Konzept der Bundesstiftung und umfasst 20 Tafeln im DIN-A1-Format. Jedes Plakat enthält prägnante Texte sowie historische Fotos, Faksimiles und Infografiken, QR-Codes verlinken zudem auf multimediale Begleitmaterialien im Internet. Die Schau ist als Poster-Set konzipiert, das mit geringem Aufwand in Schulen, Rathäusern, Bibliotheken, Gedenkstätten oder Vereinen präsentiert werden kann. Die Ausstellung kann gegen eine Schutzgebühr bei der Bundesstiftung Aufarbeitung bestellt werden. Zusätzlich stehen digitale Druckdateien für Roll-Ups und fremdsprachige Versionen zur Verfügung.

Didaktische Vertiefung
Ein besonderer Fokus liegt auf der pädagogischen Vermittlung: Für den Einsatz in Schulen und der Erwachsenenbildung wurde umfangreiches didaktisches Begleitmaterial erstellt. Erarbeitet wurden diese Handreichungen von Dr. Helge Schröder, einem langjährigen Experten in der Lehrerfortbildung.

Die UOKG begrüßt dieses neue Bildungsangebot ausdrücklich, da es die Mechanismen der Diktatur anschaulich macht und zur kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Zeitgeschichte anregt. Begleitende Formate wie Zeitzeugengespräche oder Filmabende können die Wirkung der Plakatausstellung vor Ort vertiefen. Weitere Informationen zur Bestellung und zum Download der Begleitmaterialien finden Sie direkt bei der Bundesstiftung Aufarbeitung.