(A) Forum für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen der SBZ/SED-Diktatur e.V.

Forum für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen der SBZ/SED-Diktatur e.V.

Die tatsächliche Anzahl der aus unterschiedlichen Gründen politisch zersetzten, politisch repressierten oder in Sippenhaftung genommenen Frauen, ist nicht bekannt. Bekannt ist, dass etwa 30.000 Frauen in der SBZ und DDR aus politischen Gründen inhaftiert waren. Viele waren, als sie das Schicksal traf, verfolgt zu werden, noch sehr jung und hatten zumeist noch keine Kinder. Diejenigen aber, die eines oder mehrere Kinder hatten, waren mehrfach erpressbar. Kindeswegnahme bis hin zu Zwangsadoption waren gängige Repressionsmethoden. Schülerinnen, die sich der angeordneten Staatsgefolgschaft verweigerten, erlitten bis heute nachwirkende Einschnitte in ihrer Bildungs- und Berufsbiografie. Auch ihre Zahl kennen wir nicht. Ebenfalls nicht bekannt ist die Anzahl der Frauen der an der innerdeutschen Grenze in zeitlich mehreren Aktionen zwangsausgesiedelten Familien mit ihren Kindern. Frauen, die ihren politisch verfolgten Vätern, Männern und Söhnen die Treue hielten und dadurch ebenfalls verfolgt und ausgegrenzt wurden, sind eine weiter zu beachtende, zahlenmäßig nicht bekannte Größe. Politische Verfolgung traf auch Mädchen und Frauen, die ohne eigenes Zutun vom Staat ausgegrenzt wurden, weil ihre Familie nicht der Arbeiter- und Bauernklasse angehörte. Oftmals waren sie daher von Anfang an „Staatsfeinde“, wurden ausgegrenzt und eingeschränkt. Die „Hoheneckerinnen“, häufig wird der Begriff als Synonym für alle politisch inhaftierten Frauen genutzt, sind nur ein Teil der politisch in den vielen Strafvollzugseinrichtungen der SBZ und DDR gequälten Frauen.
Es gilt, den Frauen eine Stimme zu geben, die sich ihrer Verfolgtensituation bisher nicht stellen konnten oder wollten. Betroffenen Frauen ist es wichtig, bundesweit in der Gesellschaft wahrgenommen und gehört zu werden. Sie wünschten sich einen rechtswirksamen Rahmen, der ihnen Unterstützung bieten kann.
Das war Anlass, einen rechtsfähigen Verein zu gründen, der hierfür eine Plattform sein wird. Jede Betroffene ist herzlich willkommen und ebenso natürlich ihre Partner und Kinder. Das „Forum für politisch verfolgte und inhaftierte Frauen der SBZ/DDR Diktatur e.V.“ wurde am 15. Juni 2019 gegründet und erwartet die Bestätigung der Gemeinnützigkeit durch das Registergericht.

Die Gründungsversammlung fand am 15.Juni 2019 in Berlin statt.
Gründerfrauen sind: Konstanze Helber, Carla Ottmann, Martina Kegel, Conny Kurz, Elke Schlegel, Christina Krahne, Kathrin Büchel.

Der Vorstand wurde in der Gründungsversammlung gewählt.
Konstanze Helber – Vorsitzende
Carla Ottmann – stellv. Vorsitzende
Conny Kurz – Kassenwart
Martina Kegel – Protokollant
Elke Schlegel, Christina Krahne und Kathrin Büchel sind die Beisitzerinnen

Der Verein hat seinen Sitz in Berlin, Ruschestr. 103, Haus 1, 10365 Berlin.
Das Frauenforum wurde am 2.November 2019 in die UOKG aufgenommen.

Der Aufnahmeantrag für Mitglieder kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Link zur Seite der Gedenkstätte Hoheneck

Kontakt

Postadresse:
„Forum für politisch verfogte und inhaftierte Frauen in der SBZ/SED-Diktatur e.V.
c/o UOKG e.V.
Ruschestraße 103, Haus 1
10365 Berlin

E-Mail und Telefon

Konstanze Helber: helber54@aol.com - Telefon: 07472/7745
Carla Ottmann: ottmann@uokg.de

Kontonummer:

Achtung: Wir warten noch auf die bestätigung der beantragten Gemeinnützigkeit!
Kontoverbindung:
Forum verfolgter Frauen
Berliner Sparkasse
DE 90 1005 0000 0190 8654 31 IBAN DE 90 1005 0000 0190 8654 31

Bilder

Beitragsbild: Scherbenmauern in Hoheneck
Linkes Bild: Gründungsversammlung
Rechtes Bild:
Fotos: CSachse