25. Aug. Zeitzeugen gesucht: Wer hörte heimlich Radio Luxemburg in der DDR?
Erinnern Sie sich noch an das Rauschen des Radios, wenn man abends heimlich an der Skala drehte? Auf der Suche nach internationaler Musik und einem Hauch von großer Welt fernab des DDR-Alltags stießen unzählige Menschen im Osten Deutschlands auf eine ganz besondere Frequenz: „Die fröhlichen Wellen von Radio Luxemburg“. Der Sender war für viele DDR-Bürger über Jahrzehnte hinweg ein unverzichtbares Fenster in die Freiheit – und gleichzeitig ein absolutes Tabu.
Für ein großes grenzübergreifendes Projekt sucht Zeitzeuge und Kurator Michael Teupel nun Ihre Erinnerungen! Am 13. April 2027 findet im Großherzogtum Luxemburg in Zusammenarbeit mit der Stadt, RTL Lëtzebuerg und der persönlichen Unterstützung von Frank Elstner eine große Veranstaltung und Sendung unter dem Titel „Verbotene Wellen – Radio Luxemburg in der DDR“ statt. Um dieses spannende Stück Zeitgeschichte authentisch und lebendig erzählen zu können, ist Teupel auf der Suche nach Menschen, die ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Sender aus der Zeit bis etwa 1990 schildern möchten.
Radio Luxemburg war in der DDR weit mehr als nur ein reines Unterhaltungsprogramm. Während die staatlichen Sender streng reglementiert waren, bot man hier die neuesten Hits der westlichen Charts und ungezwungene Moderationen von Legenden wie Frank Elstner oder Jochen Pützenbacher. Doch das Hören dieses sogenannten „Feindsenders“ war nicht ungefährlich. Wer in der Schule die falschen Lieder pfiff, musste mit massiven Repressalien durch die Stasi rechnen.
Ihre Geschichten zählen: Wie haben Sie den Sender empfangen? Welchen Stellenwert hatte er in Ihrem Alltag? Haben Sie Autogrammkarten gesammelt, Briefe nach Luxemburg geschrieben oder gab es wegen des Hörens gar Ärger in der Schule, im Betrieb oder mit der Staatsmacht? Vielleicht haben Sie sogar noch alte Dokumente oder Stasi-Vermerke, in denen der Sender eine Rolle spielt? Namen sind dabei völlig zweitrangig, es geht rein um das historische Zeugnis.
Jede noch so kleine Anekdote ist ein wertvolles Puzzleteil. Es geht um echte, ungeschminkte Erlebnisse. Ihre Berichte helfen dabei, diese besondere Facette der deutsch-deutschen Geschichte zu bewahren und im Rahmen des Projekts in Luxemburg einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Auf Wunsch werden Ihre Zuschriften selbstverständlich streng vertraulich und anonym behandelt.
Wenn Sie Ihre Erinnerungen an die „Verbotenen Wellen“ teilen möchten, können Sie mit Michael Teupel per Mail oder Telefon [0160 69 43 800] Kontakt aufnehmen. Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung!
Foto: Dorfdiskothek 1975. BStA, Peter Leske, 4726-4A-TH65-LEA
