18. Aug. Auf der Suche nach der „DNA des Ostens“: Ihre Stimme ist gefragt!
Die Debatten über ostdeutsche Identität, unterschiedliche Erfahrungen in Ost und West sowie das Selbstverständnis im vereinten Deutschland haben in jüngerer Zeit wieder deutlich zugenommen. Wir möchten Sie daher gern auf eine wichtige Initiative der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur aufmerksam machen, die genau diese Themen in den Fokus rückt. Sehr gern teilen wir daher ihren Aufruf und bitten um Ihre Mitwirkung.
Mit dem Projekt „Identitäten ohne Mauern. Auf der Suche nach der DNA des Ostens“ greift die Bundesstiftung zentrale gesellschaftliche Fragen auf. Ein wesentlicher Teil des Projekts ist eine Online-Umfrage, die sich ausdrücklich an alle Menschen richtet, unabhängig von ihrer geografischen Herkunft oder ihrem heutigen Wohnort. Sie zielt nicht auf repräsentative Daten ab, sondern soll vielmehr ein breites, authentisches Stimmungsbild einfangen. Es geht darum, wie die Menschen heute auf Ostdeutschland, auf biografische Prägungen, auf fortbestehende Unterschiede und damit auf die Entwicklung des vereinten Deutschlands blicken.
Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten und erfolgt absolut anonym. Bei jeder Frage haben Sie die Möglichkeit, Ihre Antwort durch persönliche Beobachtungen oder kurze Stichworte zu ergänzen, was besonders bei Themen wichtig ist, bei denen ein einfaches „Ja“ oder „Nein“ der eigenen Sichtweise nicht vollständig gerecht wird.
Neben der Umfrage ist aber auch das gesamte Projekt absolut sehenswert, da sie biografische Erfahrungen mit generationengeschichtlichen Perspektiven und tiefgehenden Datenanalysen verbindet. So kommen in zahlreichen Interviews Menschen aus unterschiedlichsten Altersgruppen und Lebenswegen zu Wort, darunter Alltagsstimmen ebenso wie bekannte Persönlichkeiten, wie etwa Joachim Gauck oder Stefanie Hertel. Ein interaktiver Zeitstrahl ordnet ostdeutsche Erfahrungen neun verschiedenen Generationen ab 1950 zu und lädt die Besucherinnen und Besucher ein, die eigenen Prägungen auf einer spannenden Spurensuche zu reflektieren. Darüber hinaus beleuchten verschiedene Beiträge aktuelle Diskussionen, wie beispielsweise die Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in Führungspositionen oder die oft pauschalisierende Darstellung des Ostens in den Medien. Ergänzt wird das umfangreiche Angebot durch alle Folgen des begleitenden MDR-Podcasts „Die DNA des Ostens“ (gehostet von der famosen Anna Thalbach!) sowie informative Literaturhinweise.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie an der Umfrage teilnehmen und diesen Aufruf auch in Ihrem eigenen Umfeld weitergeben. Je unterschiedlicher die Teilnehmenden sind, desto vielfältiger werden die Perspektiven, die in die Auswertung einfließen. Die Ergebnisse des Projekts werden im Spätsommer beziehungsweise im frühen Herbst vorgestellt.
Foto: Webseite „DNA des Ostens“
