Die Mauer hat keinen Krieg verhindert, die Mauer war Krieg!

Dachverband der SED-Opfer zu der Buchvorstellung von Heinz Keßler:
Die Mauer hat keinen Krieg verhindert, die Mauer war Krieg

Am vergangenen Freitag hat der ehemalige DDR-Minister Heinz Keßler gemeinsam mit dem ehemaligen DDR General Fritz Streletz das Buch „Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben“ in Berlin vorgestellt. Das Buch verfolge den Anspruch, „der historischen Wahrheit die Bahn zu brechen und mitzuhelfen, ein realistisches Geschichtsbild zu vermitteln.“

Hierzu der Bundesvorsitzende des Dachverbands der SED-Opfer:

„Die historische Wahrheit ist. Die Mauer hat keinen Krieg verhindert, die Mauer selbst war Krieg – nicht gegen den Klassenfeind, sondern gegen das eigene Volk. Wegen des Schießbefehls an der innerdeutsche Grenze wurden weit über tausend Menschen ermordet, wegen der Grenzregimes zehntausende in die Kerker der Diktatur geworfen, Millionen im eigenen Land eingesperrt.“
Im Gegensatz zu der Parteidiktatur der DDR kann in einer Demokratie natürlich auch ein rechtskräftig verurteilter Mörder wie Heinz Kessler seine schrecklichen Taten im Rahmen der freien Meinungsäußerung rechtfertigen. Das müssen wir heute ertragen.
Dennoch ist es für uns schwer zu schlucken, sind doch die Auftritte dieser Leute eine Verhöhnung der zahlreichen Opfer, welche die innerdeutsche Grenze in den 28 Jahren ihres Bestehens gefordert hatte.“

Schwerer aber wiegen Wagner zufolge die Äußerungen der Täter durch das gesellschaftliche Klima, in welchem sie getätigt werden:

„Wenn Politiker wie Egon Bahr nach einem Schlussstrich rufen, wenn die die Partei, welche die Mauer gebaut hat als „die Linke“ getarnt in fast allen deutschen Parlamente vertreten ist, wenn die Verwaltungen ganzer Bundesländer noch heute mit Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit durchsetzt sind, dann ist dies nach wie vor in höchstem Maße besorgniserregend. Solche Fakten zeigen, dass es zu einer echten Aufarbeitung der DDR-Geschichte erst noch kommen muss.“

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