16. Apr. Podiumsdiskussion zu Kindesentzug als Systemunrecht am 22. April 2026 in Berlin
Im Rahmen der Präsentation der Wanderausstellung „Erziehung durch Arbeit. ‚Asoziale‘ als Staatsfeinde in der DDR“, zu der auch die UOKG thematisch beigetragen hat, findet auf dem Campus für Demokratie in Berlin Lichtenberg am 22. April 2026 um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Kindesentzug als Systemunrecht. „Asozialität“, die Jugendhilfe und der § 249 in der DDR“ statt.
Wer in der DDR als „asozial“ galt, riskierte nicht nur Haft – oft stand auch der Entzug der eigenen Kinder im Raum. Die neue Studie „Aufarbeitung Zwangsadoptionen in der SBZ/DDR 1945–1989“ zeigt, wie weitreichend die Möglichkeiten der Jugendhilfe waren und wie leicht soziale Notlagen und abweichende Lebensentwürfe in moralisches Fehlverhalten umgedeutet wurden.
Auf dem Podium diskutieren Prof. Dr. Karsten Laudien, der Co-Projektleiter der Studie, Prof. Dr. Thomas Lindenberger, Leiter der Vorstudie zu DDR-Zwangsadoptionen, und Tim Steinwender, der seiner jugendlichen Mutter weggenommen wurde. Er hat die Geschichte seiner Familie erforscht, unter anderem anhand von Stasi-Unterlagen. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Frage, wie Kindesentzug, das Stigma „asozial“ und die Kriminalisierung nach § 249 zusammenwirkten – und was dieses Systemunrecht für die Betroffenen bis heute bedeutet.
Die Moderation übernimmt Dr. Michael Schäbitz von exhibeo e. V., dem Co-Kurator der Ausstellung.
Podiumsdiskussion
📅 22. April 2026 | 18 Uhr
📍 Haus 22, Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
🎟 Der Eintritt ist frei, aber leider nicht barrierefrei
Wanderausstellung
📅 bis 30. April 2026 | täglich von 10 bis 18 Uhr
📍 Foyer Haus 22, Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Mehr Infos zu den Veranstaltungen und den Förderern gibt es auf der Seite des Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archivs.
