Nancy Aris wieder zur Sächsischen Landesbeauftragten gewählt

Der Sächsische Landtag wählte heute Dr. Nancy Aris wieder zur Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Damit beginnt für sie eine zweite Amtszeit von fünf Jahren.

„Ich danke den Damen und Herren Abgeordneten des Sächsischen Landtags für das mir erneut entgegengebrachte Vertrauen“, erklärte Nancy Aris im Anschluss an die Abstimmung. „Dass sich die Parlamentarier für Kontinuität ausgesprochen haben, ist auch eine Wertschätzung meiner Arbeit der letzten Jahre und zeigt mir zugleich ihre Unterstützung für die kommende Amtszeit.“

Nancy Aris wurde 1970 in Ost-Berlin geboren. Nach 1990 studierte sie Russistik, Polonistik und Neueste Geschichte in Berlin, Moskau und Wrocław und promovierte zur Geschichtsschreibung im Stalinismus. Seit 2003 war sie stellvertretende Landesbeauftragte, bevor sie 2021 das Amt der Sächsischen Landesbeauftragten antrat.

Die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur wird vom Landtag für jeweils fünf Jahre gewählt. Zu den zentralen Aufgaben der Behörde gehört die Unterstützung von Menschen, die in der SBZ/DDR politisch verfolgt wurden. Mit vielfältigen Angeboten der historisch-politischen Bildung ist die Behörde in ganz Sachsen tätig. Als Landesbeauftragte bringt Dr. Nancy Aris die Perspektiven der von DDR-Unrecht betroffenen Menschen in gesellschaftliche und politische Debatten ein, um ihr Schicksal sichtbar zu machen und Verbesserungen für sie zu erreichen. Zugleich setzt sie sich für eine kritische Erinnerungskultur und eine lebendige Gedenkstättenlandschaft ein. So unterstützt sie maßgeblich die Gedenkstätte Hoheneck und den Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis.

„In den nächsten Jahren stehen wir in der DDR-Aufarbeitung vor großen Herausforderungen: Unsere Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden weniger, viele ehrenamtlich Engagierte älter. Die Aufarbeitung erlebt einen Generationswechsel. Zivilgesellschaftliches Engagement bleibt unverzichtbar, zugleich werden staatliche Einrichtungen eine größere Verantwortung für die dauerhafte Sicherung und Vermittlung des Wissens übernehmen müssen. Die angespannte Haushaltslage setzt uns dabei Grenzen und bremst die immer notwendiger werdende Bildungsarbeit in den Gedenkstätten aus. Gerade Bildungsangebote für jüngere Menschen müssten jedoch dringend weiterentwickelt werden“, so Dr. Nancy Aris. „Unser Auftrag bleibt deshalb: Wissen bewahren, die Erfahrungen der Betroffenen weitergeben und die Erinnerung an das SED-Unrecht lebendig halten.“

Wir gratulieren Nancy Aris zur zweiten Amtszeit und freuen uns auf weitere fünf Jahre gute Zusammenarbeit!

Foto: Nancy Aris in Chemnitz/Kassberg, Webseite Landtag Sachsen, Schlorke