Entlassung von Roland Jahn ist ein Schlag ins Gesicht der Stasi-Opfer!

Berlin, 25. Februar 2016

Die Entlassung der Leiters der BStU, Roland Jahn, Mitte Marz und seine Beauftragung als kommissarischer Leiter ist nach Auffassung des Bundesvorsitzenden der Union der Opferverbände der kommunistischen Gewaltherrschaft (UOKG), Dieter Dombrowski, ein Schlag ins Gesicht der Stasiopfer. „Die ehemaligen Mitarbeiter des MfS und die ewig Gestrigen werden sich freuen. Wird doch deutlich, dass es in Deutschland keinen Respekt vor dem erlittenen Unrecht von hunderttausenden Opfern der Stasi gibt.“

Die Weigerung der SPD, Roland Jahn erneut zu berufen, zeigt, dass politische Ränkespiele offensichtlich wichtiger sind, als Respekt vor den Opfern und der politische Wille zur Aufarbeitung staatlichen Unrechts in der ehemaligen DDR.

Die UOKG fordert die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag auf, ihre Blockadehaltung zu überdenken.

„Die Umstrukturierung der Stasiunterlagenbehörde, die wir unterstützen, ist kein Grund, Roland Jahn nicht erneut zu berufen. Im Gegenteil: Die Umstrukturierung der Behörde aus dem Amt heraus ist sogar sinnvoll.“ so Dombrowski.

RBB | TS | HANDELSBLATT | FP | BZ

 


Wie Sie sicherlich schon gehört haben, wird Roland Jahn nur noch kommissarisch als Behördenleiter berufen. Dies liegt an der Blockade der SPD. Wir rufen daher alle Mitglieder auf, selbst aktiv zu werden, und uns bei unserem Protest wie folgt zu unterstützen:

1. Bitte wenden Sie sich an Ihren örtlichen SPD-Bundestagsabgeordneten, rufen Sie an, schreiben Sie Briefe und Emails und bekunden Sie Ihr Unverständnis im Sinne der Pressemitteilung der UOKG.

2. Bitte wenden Sie sich auch an den Fraktionsvorsitzenden der SPD im Deutschen Bundestag, Thomas Oppermann!

Kontakt SPD-Fraktion:   Thomas Oppermann
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Telefon: 030/227 – 72208 oder 227 – 73731
Telefax: 030/227 – 76988 oder 227 – 56591
eMail: thomas.oppermann@bundestag.de

3. Schreiben Sie Leserbriefe an die regionale und überregionale Presse!

Hinweis: Wir wissen, dass die für diese Situation verantwortlichen Abgeordneten der SPD-Fraktion im Bundestag darauf vertrauen, dass die Opferverbände nicht die Kraft haben zu protestieren.

Darüber hinaus empfehlen wir, sich auch an die Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU zu wenden, damit diese auch erfahren, dass uns die Blockadehaltung der SPD nicht egal ist.

Bitte überlegen Sie nicht lange und handeln Sie!

Auszug aus dem Brief der UOKG an Herrn Oppermann, welcher schon zugestellt ist:
„Sehr geehrter Herr Oppermann, wir als UOKG sind im Gesamtverfahren konstruktiv gewesen. Was wir, als Vertreter von hunderttausenden SED und Stasi Opfern, nicht akzeptieren können, dass auf dem Rücken der Opfer Parteipolitik gemacht wird. Wie ich Ihren Fraktionskollegen Frau Lotze und Herrn Ehrmann schon deutlich gemacht habe, kann eine nicht fristgemäße Besetzung des Behördenleiters der BStU nur so verstanden werden, dass die Aufarbeitung der Unrechts unter- oder abgebrochen werden soll.
Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) ist der Dachverband von über 30 Vereinen und Verbänden politisch Verfolgter aus der DDR und der SBZ. Ich weiß, dass das nicht Ihre Absicht ist, aber da ich selbst über lange politische Erfahrung verfüge, weiß ich auch, dass es auch einen Unterschied gibt was Politik meint und wie politische Entscheidungen verstanden werden können und von Betroffen verstanden werden müssen.
Ich möchte deshalb für alle unsere Mitgliedsverbände in der UOKG deutlich sagen, dass wir für eine Nichtbesetzung für die Stelle des Behördenleiters nicht nur kein Verständnis haben, sondern wir werden auch aktiv dagegen protestieren. Vielleicht können Sie meine Bedenken zerstreuen.
Ich musste die Briefform wählen, da es zwischen meinem Büro als Vizepräsident des Landtages Brandenburg und Ihrem Büro leider nicht möglich war, ein Telefongespräch zu arrangieren.“
Mit freundlichen Grüßen
Dieter Dombrowski, Vorsitzender


Anlagen: