Mit großer Trauer hat die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft die Nachricht erhalten, dass der Begründer der Initiativgruppe Lager Mühlberg Eberhard Hoffmann am 7. Januar 2023 verstorben ist.

Eberhard Hoffmann wurde am 19. Januar 1928 in Burgstädt bei Chemnitz geboren. Noch in den letzten Kriegstagen musste er sich als 17-Jähriger der Wehrmacht anschließen, doch seine Einheit ergab sich rasch den US-Truppen. Aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft kehrte er im Juni 1945 in die nunmehr sowjetische Besatzungszone zurück. Doch im Oktober 1945 wurde er plötzlich in der Nacht verhaftet. Er stand im Verdacht, der nationalsozialistischen Werwolf-Organisation anzugehören. Mit Tausenden anderen wurde er in das Sowjetische Speziallager Mühlberg gebracht. In einem Zeitzeugeninterview der LAkD beschrieb er seine Verhaftung und die anschließenden Verhöre: „Ich wusste zuerst noch nicht, dass es – einmal verhaftet – kein Entkommen mehr gab. Es gab keine Möglichkeit der Entlastung. Die haben uns ja so lange geprügelt, bis man das Protokoll unterschrieben hat.“ Nach zwei Wochen brutaler Verhöre unterschrieb Eberhard Hoffmann das Protokoll, dessen Inhalt er nicht lesen konnte und wird ohne Prozess ins Speziallager Mühlberg verbracht. Nach der Auflösung des Lagers 1948 kommt er in das Speziallager Buchenwald und wird 1950 entlassen. Eberhard Hoffmann entschied sich in der DDR zu bleiben und hielt dort engen Kontakt zu seinen ehemaligen Haftkameraden. 1991 gründet er mit Leidensgenossen die Initiativgruppe Lager Mühlberg und engagiert sich über viele Jahre lang in deren Vorstand. Die Errichtung der Gedenkstätte Lager Mühlberg für die Opfer des deutschen Kriegsgefangenenlagers Stalag IV B und des sowjetischen NKWD-Speziallagers Nr. 1 geht wesentlich auf seine Initiative zurück. Für seinen unermüdlichen Einsatz für die Aufarbeitung der Geschichte des Lagerstandortes erhielt er 2006 das Bundesverdienstkreuz. Das Andenken an Eberhard Hoffmann wird weiterleben durch sein Engagement für die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen und kommunistischen Diktatur.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am 10. Januar 2023 zum Neujahrsempfang ins Schloss Bellevue eingeladen. Gemeinsam mit Elke Büdenbender begrüßte er rund 70 Bürgerinnen und Bürger aus allen Bundesländern, die sich um das Gemeinwohl besonders verdient gemacht haben. Auch der Bundesvorsitzende der UOKG Dieter Dombrowski war eingeladen, neben anderen Repräsentanten des öffentlichen Lebens aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kultur und Zivilgesellschaft.

(Quelle: @Bildschön GmbH)