Aufs Äußerste verärgert protestiert die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) gegen die bisherige Ignoranz der politisch Verantwortlichen des Runden Tisches sexueller Missbrauch gegenüber den Opfern sexueller und körperlicher Gewalt in den Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen der früheren DDR. Obwohl die UOKG wie auch andere Opfervereinigungen aus der DDR bereits im März auf die Problematik von Gewalt und sexuellem  Missbrauch an Jugendlichen in den DDR-Einrichtungen hinwiesen, wurden diese Interventionen bisher ignoriert.

20 Jahre nach der Wiedervereinigung scheint sich der Fokus der politschen Klasse in Deutschland auf das bedauerliche Schicksal der westdeutschen Opfer zu beschränken. Ist denn das Leid der oft aus politischen Gründen in den Heimen der DDR weggesperrten jungen Menschen weniger wert als das Leid der Zöglinge kirchlicher Einrichtungen in den alten Bundesländern oder der Kinder der gutbetuchten Oberschicht auf den westdeutschen Eliteschulen? Hier werden zwei Klassen von Opfern geschaffen, was tiefe Verletzungen bei den ostdeutschen Betroffenen nach sich ziehen kann.

Politiker der nachgeborenen Generation wie Frau Minister Manuela Schwesig können nicht über die persönliche Betroffenheit verfügen, um die jugendlichen DDR-Opfer am Runden Tisch zu vertreten.

Wir hoffen auf eine Entschuldigung von Ministerin Dr. Kristina Schröder, dass sie bei der Einberufung des Runden Tisches die Problematik der DDR-Opfer kaum wahrgenommen hat. Wir erwarten, dass der Runde Tisch geeignete Strukturen entwickelt, um die bisher fast ausgeblendeten Schicksale der DDR-Opfer aufzuarbeiten und Vertreter der Opfer aus DDR-Heimen in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.

Rainer Wagner
Bundesvorsitzender der UOKG

Verärgert und zutiefst empört hat die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft zur Kenntnis genommen, dass Gerhard Ruden seinen Rücktritt vom Amt des Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Sachsen-Anhalt zurückgezogen hat.

Wir sehen in diesem Schritt, für den es keinen Vergleich in der Geschichte der Aufarbeitung des Stasi-Unrechts gibt, den charakterlichen Tiefststand eines Karrierebeamten. Mag es noch menschlich erklärbar sein, wenn jemand wie Herr Ruden in einem Stasiverhör einen Freund verrät, so ist es nur schwer nachvollziehbar, dass ein solcher Mensch das sensible Amt des Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen übernimmt. Die inkompetenten und zutiefst beleidigenden Aussagen von Gerhard Ruden über die Opfer des Stasi-Systems aus der vergangen Woche haben ihn für das Amt absolut disqualifiziert.

Die Dreistigkeit nun aber, seinen Rücktritt zurück zu ziehen, lässt uns zu dem Eindruck kommen, dass Herr Ruden keine Skrupel hat, seine persönlichen Vorteile auf Kosten der Stasi-Opfer zu sichern. Für die Opfer des SED-Systems kann Herr Ruden kein Gegenüber mehr sein. Wir hoffen, dass sich ein Weg findet, Herrn Ruden aus dem Amt zu entfernen, und stehen weiter zu unserem Vorschlag, Stephan Hilsberg zu seinem Nachfolger zu ernennen. Hilsberg wird seine ganze Autorität und Erfahrung benötigen, um den Schaden, den Ruden dem Amt des Landesbeauftragten zugefügt hat, wieder zu beseitigen.

Rainer Wagner
Bundesvorsitzender der UOKG

Als deutschlandweiter überparteilicher Dachverband von mehr 30 Opferverbänden und Aufarbeitungsinitiativen sind wir davon überzeugt, dass der moralische Schaden, den der frühere Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen in Sachsen-Anhalt, Gerhard Ruden, seinem Amt zugefügt hat, nur durch eine kompetente, integere und deutschlandweit bekannte Persönlichkeit beseitigt werden kann. Deshalb haben wir bereits am Tag des Rücktritts von Ruden in einem Schreiben an Ministerpräsident Wolfgang Böhmer Stephan Hilsberg als neuen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen vorgeschlagen.

Hilsberg verfügt über die in der jetzigen Situation notwendige öffentliche Bekanntheit und moralische Autorität, das Amt des Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen mit der erforderlichen Unabhängigkeit und Autorität zu leiten. Die hervorragende Qualifikation von Hilsberg wertet die Kompetenz anderer Persönlichkeiten nicht ab. Die Notlage aber erfordert, dass das Amt von einer Persönlichkeit geleitet wird, die sich öffentliche Autorität nicht erst noch erarbeiten muss, sondern aufgrund ihrer bisherigen Tätigkeit bereits mitbringt.

Rainer Wagner
Bundesvorsitzender der UOKG

Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) hat am 1.4.2010, in einem Schreiben an Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, den Bürgerrechtler und Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei in der DDR Stephan Hilsberg zum neuen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen des Landes Sachsen-Anhalt vorgeschlagen.

Der Dachverband der Opferverbände der SBZ/DDR – Diktatur ist davon überzeugt, dass nur eine solch integere und über alle Parteigrenzen als kompetent anerkannte Persönlichkeit wie Stephan Hilsberg den Glaubwürdigkeitsverlust und moralischen Schaden, den Gerhard Ruden hinterlassen hat, beheben kann.

Die Mitglieder der UOKG sind sowohl über das menschliche Versagen, wie über die aktuelle Uneinsichtigkeit des früheren Landesbeauftragten Ruden, zutiefst enttäuscht. Aus eigener Erfahrung ist uns Opfern klar, dass mancher, der in die Maschinerie der Stasi geraten ist, schwach werden konnte.

Den Umgang, den Gerhard Ruden aber kürzlich mit den Enthüllungen zu seiner Person an den Tag legte, lässt uns an seiner menschlichen Integrität zweifeln. Durch seine Behauptung, „Wenn einer verhaftet wird, dann hat er ja in erster Linie selbst daran Schuld“, macht er sich zum Apologeten der Stasi und des Unrechtsstaats DDR. Sie offenbart, dass Gerhard Ruden weder fachlich, noch moralisch für das Amt des Stasi-Beauftragten qualifiziert war.
Wahrscheinlich hat ihm nur seine Karrieresucht, die ihn einst zum Denunzianten seines Freundes Heiko von der Heyde werden lies, motiviert, das Amt des Stasi-Beauftragten zu übernehmen.

gez. Rainer Wagner
Bundesvorsitzender der UOKG

Das Schweizer Urteil über die 230 Millionen aus dem SED-Vermögens, gibt der Bundesrepublik die Möglichkeit etwas von dem Leid, dass zwischen 1945 – 1989 vielen Menschen durch die SED-Kommunisten zugefügt wurde zu lindern.

Deshalb appellieren der Dachverband von mehr als 30 Opferverbänden und Aufarbeitungsinitiativen an die Bundesregierung, das Geld auf keinen Fall zur Sanierung des Staatshaushaltes zu verwenden, sondern sachgerecht den Opfern der SED zukommen zu lassen.
Viele Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft leben heute schlechter als ihre ehemaligen Stasi- und SED-Peiniger.
Das SED-Vermögen ist dringend notwendig um die bisher kaum oder nicht entschädigten Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft zu helfen.

Konkret fordern wir:

  1. Die Aufhebung der demütigenden Bedürftigkeitsprüfung für ehemalige politische DDR-Häftlinge bei der Opferrente.
  2. Die Erweiterung der Opferrente für Witwen bzw. Witwer von ehemaligen politischen Häftlingen
  3. Die Aufnahme der bisher kaum oder nicht berücksichtigten Opfergruppen in die Opferrente z.B. zwangsdeportierten Frauen, Zwangsausgesiedelte, Stasi – Zersetzungsopfer, Personen, die aus politischen Gründen in der Psychiatrie, in Jugendwerkhöfen und Spezialkinderheimen festgehalten wurden.
  4. Eine Stafflung der Opferrente für Personen, die weniger als 6 Monate in Haft waren.

gez. Rainer Wagner

Mit Empörung nehmen wir, die Opfer der kommunistischen Terrorherrschaft in der früheren DDR die Ignoranz des SPD-Staatssekretärs Erben im Magdeburger Innenministerium entgegen, der unter dem Beifall von Links-Politikern einen „Diktaturvergleich als Methode der Extremisforschung“ ablehnt.
Wer nicht vergleichen will, hat schon verglichen.
Wie kann man daher anderen diese legale und wissenschaftlich übliche Methode verbieten wollen?
Oder soll damit von vornherein unterstellt werden, die DDR war gar keine Diktatur?
Selbst ein demokratischer Rechtsstaat kann mit einer Diktatur verglichen werden, denn prinzipiell ist alles miteinander und untereinander vergleichbar, wenn man Unterschiede, Gemeinsamkeiten erforschen will. Unvergleichbarkeit ist eine demagogische Formel von vorgestern, mit der man dem Forschenden von vornherein unlautere Absichten unterstellt.
Die Gefahr einer Tabuisierung des Vergleichs bringt Ralph Giordano zum Ausdruck wenn er sagt:

„Allemal lachen sich die Täter ins Fäustchen, und wenn das Kriminalgewicht des Holocauststaates auch ungleich größer ist als das der DDR – wird so ein scheußliches System wie das des real existierenden Sozialismus denn weniger scheußlich dadurch, dass es ein noch scheußlicheres gegeben hat?“

Und wer einen Vergleich als Gleichsetzung interpretiert gehört auf die Klippschule, aber nicht in ein Staatsamt.

gez. Siegmar Faust, Vorstand UOKG