Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus Berlin

Die 1990 unter der Idee „Sammlung ehemals verbotener Bücher“ gegründete Gedenkbibliothek ist eine Spezialsammlung von Sach- und erzählender Literatur zur Aufklärung über die Ursachen und Folgen des Sowjetkommunismus als universeller Bedrohung der freiheitlich-demokratischen Welt.
Die Bibliothek umfasst über 15.000 Werke vor allem zur Sozialismusforschung, zur DDR-Geschichte mit Schwerpunkt Justiz und Staatssicherheit, Opposition und Widerstand, zur Geschichte der ehemaligen Sowjetunion und ihrem Repressionsapparat sowie der Verbrechen des „Stalinismus“; ferner Haft- und Lagererinnerungen (auch Manuskripte) sowie Literatur ehemaliger oppositioneller DDR-Schriftsteller und Dissidenten des Ostblocks. Mit dieser Internetpräsentation ist der gesamte Bibliotheksbestand online abzufragen.
In über 400 Vortragsveranstaltungen mit einem großen Interessentenkreis hat sich die Gedenkbibliothek seit ihrer Gründung als fester Standort für die politische Bildung in Berlin etabliert.
Außerdem bietet sie mit ihren Räumlichkeiten einschließlich des Lessinghauses Platz für Ausstellungen und Möglichkeiten für Begegnungen mit Zeitzeugen sowie Betroffenen.

In der „DDR“ ehemals verbotene Bücher zur Aufklärung über Ursachen und Folgen des Sowjetkommunismus zu sammeln, war die Idee im November ’89. Mit der Unterstützung des Neuen Forum, des Ministeriums für Kultur der „DDR“, des Bundesministeriums für innerdeutsche Beziehungen, von Bibliotheken, Stiftungen, Verlagen und Privatpersonen entstand in kurzer Zeit eine in Deutschland einmalige Spezialbibliothek mit Büchern, die im freien Teil der Welt, insbesondere in West-Deutschland, über die Verbrechen des Kommunismus vor allem in den 50er und 60er Jahren, aber auch später erschienen sind.
Die Aufarbeitung der „DDR“ – Vergangenheit im allgemeinen und der Ursachen und Folgen des Stalinismus im besonderen ist eine umfassende wissenschaftliche Aufgabe und zugleich eine zentrale Herausforderung für den Wiedervereinigungsprozess Deutschlands. Dieser Prozess wird leider erschwert durch erkennbare Tendenzen, die „DDR“ zu beschönigen. Die Dringlichkeit der Auseinandersetzung mit der roten Diktatur nimmt noch zu vor dem Hintergrund der Tatsache, dass eine neue Generation in Deutschland und im besonderen in den neuen Bundesländern heranwächst, die keine Erinnerung an den „real-existierenden Sozialismus“ mehr hat oder ihn gar nicht erlebte.

Hier kann die Gedenkbibliothek eine außerordentlich wichtige Rolle spielen:

  • Verbreitung und Festigung des Gedankenguts der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bei antitotalitärem Grundkonsens
  • Aufklärung über totalitäre Machtstrukturen des ehemaligen Ostblocks – mit Schwerpunkt „DDR“ und Sowjetunion
  • Förderung des politischen Engagements der Bürger für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
  • Ermöglichen von Begegnungen ehemaliger politischer Häftlinge kommunistischer Gewaltherrschaft, einschließlich des Angebots von Lesungen aus eigenen Manuskripten

Zielgruppen:

  • an der Aufarbeitung der „DDR“ – Geschichte politisch interessierte Bürger
  • vom Stalinismus Betroffene (Internierte, Deportierte, SMT – Verurteilte, politische Häftlinge aus „DDR“ – Gefängnissen)
  • Multiplikatoren politischer Bildung (vor allem Lehrer aus Ost und West)
  • Studenten der Politikwissenschaft und Zeitgeschichte
  • Schüler und Jugendliche

Angebote:

  • regelmäßige öffentliche Vortragsveranstaltungen mit namhaften Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur sowie andererseits mit unbekannten Opfern und Widerständlern
  • Gesprächsrunden und Diskussionen mit kompetenten Partnern
  • Vorstellung der Gedenkbibliothek mit Buchpräsentationen für angemeldete Gruppen sowie Vorträge zum Thema “Repression und Widerstand” durch Zeitzeugen
  • Organisation von Spezialführungen durch Mahn- und Gedenkstätten mit Zeitzeugen
  • kostenlose Nutzung von Büchern, Manuskripten (Haft- und Lagererinnerungen), Zeitschriften, Video- und Tonkassetten von in der Bibliothek gehaltenen Vorträgen, thematischen Ausstellungen
Kontakt

Förderverein Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus e.V.
Nikolaikirchplatz 5-7
10178 Berlin (Nikolaiviertel)
Tel.: +49 030 283 432 7

Bildnachweis

@Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus