Nachdem unsere erste Kundgebung am Karfreitag 2014 (Foto) ein breites Medieninteresse hervorgerufen hatte, möchten wir Sie hiermit anläßlich des internationalen Tags des vermissten Kindes herzlich zu unserer zweiten Kundgebung einladen:
Aufklärung über die Defizite der Rechte von Betroffenen von DDR-Zwangsadoptionen
am 25. Mai 2014 von 13-15 Uhr am Pariser Platz in Berlin  (Brandenburger Tor)

und wird gemeinsam von dem Verein OvZ-DDR (Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen) e.V. in Kooperation mit der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. durchgeführt.

Das Thema DDR-Zwangsadoptionen wurde von Politik und Behörden bislang weitgehend ignoriert. Dies hat dazu geführt, dass die Rechte von Betroffenen von Zwangsadoptionen unzureichend sind. Es beginnt sch0n damit, dass es die derzeitige Rechtslage den Betroffenen schwer macht, ihre eigene Geschichte dokumentarisch aufzuarbeiten.So bekommen viele Adoptierte mit dem Verweis auf Datenschutz und Persönlichkeitsrechte von Dritten keinerlei Kopien aus ihrer Adoptionsvermittlungsakte ausgehändigt, obwohl diese leicht, wie das Beispiel des Umgangs mit den Stasi-Akten zeigt, durch Schwärzungen geschützt werden könnten. Tatsächlich wird in Einzelfällen auch so verfahren.

Ob der Betroffene aber seine Akte zu sehen bekommt oder nicht, obliegt letztlich der alleinigen Entscheidung des Sachbearbeiters. Das erscheint den Betroffenen häufig als Willkür. Diese wirkt umso schlimmer, als heute noch alte Mitarbeiter der DDR-Jugendhilfe in den verantwortlichen Positionen der Adoptionsvermittlung sitzen.

Desweiteren ist der Umgang mit politisch motivierten Zwangsadoptionen nach wie vor unzureichend. So wird die Tatsache, dass es solche überhaupt gab, häufig geleugnet, bzw. die Zahl der Fälle heruntergespielt. Aus den Erfahrungen in meiner Beratungstätigkeit ergibt sich aber ein ganz anderes Bild, insbesondere wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass viele politisch motivierte Zwangsadoptionen mit dem Vorgeschobenen Strafdelikts des „asozialen Verhaltens“ (§ 249 StGB-DDR) vertuscht wurden.

Dass § 249 StGB-DDR dazu missbraucht wurde, Personen zu kriminalisieren, welche politisch unliebsam waren, ist inzwischen in der Wissenschaft anerkannt. Über diese, in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Tatsachen, wollen wir aufklären und würden uns über eine Berichterstattung Ihrerseits freuen. Rückfragen unter behr@uokg.de

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Eine Demonstration mit Opfern der DDR-Zwangsadoptionen fand am 18. April 2014, 10-13 Uhr
am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin statt. mehr
OvZ e.V. in Kooperation mit der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft UOKG e.V.

PRESSEINFORMATION
Die Kundgebung fand statt am Karfreitag, 18. April 2014 von 10-13 Uhr am Pariser Platz in Berlin und wird vom Verein OvZ-DDR (Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen) e.V. in Kooperation mit der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. durchgeführt.

Das Thema DDR-Zwangsadoptionen wird von Politik und Behörden bislang weitgehend ignoriert. Dies hat dazu geführt, dass die Rechte von Betroffenen von Zwangsadoptionen unzureichend sind.

Es fängt schon damit an, dass es die derzeitige Rechtslage den Betroffenen schwer macht, ihre eigene Geschichte überhaupt aufzuarbeiten. So bekommen viele Adoptierte mit dem Verweis auf Datenschutz und Persönlichkeitsrechte von Dritten keinerlei Kopien aus ihrer Adoptionsvermittlungsakte ausgehändigt, obwohl diese leicht, wie das Beispiel des Umgangs mit den Stasi-Akten zeigt, durch Schwärzungen geschützt werden könnten. Tatsächlich wird in Einzelfällen auch so verfahren.

Ob der Betroffene aber seine Akte zu sehen bekommt oder nicht, obliegt letztlich der alleinigen Entscheidung des Sachbearbeiters. Das erscheint den Betroffenen häufig als Willkür. Diese wirkt umso schlimmer, weil heute noch alte Mitarbeiter der DDR-Jugendhilfe in den verantwortlichen Positionen der Adoptionsvermittlung sitzen.
Des Weiteren ist der Umgang mit politisch motivierten Zwangsadoptionen nach wie vor unzureichend. So wird die Tatsache, dass es solche überhaupt gab, häufig geleugnet, bzw. die Zahl der Fälle heruntergespielt. Aus den Erfahrungen in der Beratungstätigkeit der UOKG ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild, insbesondere wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass viele politisch motivierte Zwangsadoptionen mit dem vorgeschobenen Strafdelikts des „asozialen Verhaltens“ (§ 249 StGB-DDR) vertuscht wurden.

Dass § 249 StGB-DDR dazu missbraucht wurde, Personen zu kriminalisieren, welche politisch unliebsam waren, ist inzwischen in der Wissenschaft anerkannt. Über diese in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Tatsachen wollen wir aufklären und würden uns über eine Berichterstattung Ihrerseits freuen.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter den untenstehenden Kontaktdaten zur Verfügung.

Wir bitten um Anmeldung bei Katrin Behr, Fachberaterin für Zwangsadoptionen:
behr@uokg.de 030 / 55 77 93 54

Hintergrund (H&G 2/2008): Von asozial bis Zwangsarbeit | Rehabilitierungspraxis

„Wie viel Geschichte (v)erträgt Berlin?“

Ideen für die Gestaltung eines zentralen Mahnmals für die Opfer des Kommunismus in Deutschland

Berlin ist als Standort für Mahn- und Denkmale sehr begehrt. Alle Gedenkorte geben Zeugnis über die wechselvolle  und teils zerissene Geschichte unseres Landes in den vergangenen Jahrhunderten. Gleichzeitig sind sie monumentale Appelle an die zukünftigen Generationen: Gegen Krieg, gegen Diktaturen, für den Schutz aller Grundrechte und für Demokratie!

Durch die Errichtung eines zentralen Mahnmals in Berlin für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft in Deutschland zwischen 1945 und 1989 soll ein Ort entstehen, der das Positive – die Überwindung der Diktatur – in den Vordergrund stellt und somit die Erinnerung an die Opfer dieses Systems dauerhaft in unserer Gesellschaft wach hält.

Ein mögliches Mahnmal muss sich natürlich in die beträchtliche Anzahl bereits vorhandener Erinnerungsorte zu unterschiedlichen historischen Epochen in der Mitte Berlins einreihen; die Entscheidung über seine äußere Form und über einen geeigneten Standort steht hierbei allerdings noch aus. In unserer Veranstaltung „Wie viel Geschichte (v)erträgt Berlin?“ wollen wir deshalb über mögliche Gestaltungsformen und über in Frage kommende Standorte für ein zentrales Mahnmal diskutieren.

Veranstaltungsort: Europasaal der Deutschen Gesellschaft e.V. /  Voßstraße 22, 10117 Berlin

Gastgeber: UOKG, Deutsche Gesellschaft e.V., Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Zeit: 18:30-20:30 Uhr

Programm

Präsentationen
– Vorstellung der Siegerentwürfe aus dem studentischen Gestaltungswettbewerb >>geschichts-codes<< 2013
der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zum Thema „Entwurf für ein Denkmal für die Opfer der kommunistischen Diktatur in der SBZ und DDR“.
– Vorstellung einer Konzeptidee der Firma grafikagenten Rostock
– Vorstellung eines Konzeptes von Gino Kuhn, Künstler und ehemaliger politischer Häftling

anschließend Podiumsdiskussion mit:

Helmuth Frauendorfer (Schriftsteller und Journalist)

Dr. Philipp Lengsfeld (Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Hiltrud Lotze (stellvert. kulturpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion)

Florian Mausbach (Mitinitiator des Freiheits- und Einheitsdenkmals, Präsident des Bundesamtes für Bauwesen a.D.)

Sabine Weißler (Bezirksstadträtin Berlin-Mitte/Abteilung Kultur, B90/Die Grünen)

Moderation: Dr. Andreas H. Apelt – Bevollmächtigter des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft e.V.

Der Eintritt ist frei. 

Einladungsflugblatt:
http://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/uploads/2014-pdf/2014-03-26-flyer.pdf

Das 1. UOKG-Verbändetreffen in diesem Jahr findet am 1.-2. März 2014 in Berlin statt.

Ort:
Gedenkstätte Normannenstraße (Stasi-Museum), Haus 1, Ruschestraße 103, 10365 Berlin,
Raum 418 (BStU-Projektwerkstatt)

Bitte benutzen Sie den separaten Eingang, der sich ca. 20 Meter links neben dem zentralen Museumseingang befindet. Dort ist ein Lift vorhanden, mit dem Sie in die 4. Etage fahren können.

Aus der Tagesordnung:

Beginn: 13.00 Uhr
Begrüßung der Gäste des UOKG-Verbändetreffens durch den UOKG-Bundesvorsitzenden Rainer Wagner

ca. 13.15 Uhr
„Stasi-Stadt – Die MfS-Zentrale in Berlin-Lichtenberg. Ein historischer Rundgang“, Vortrag mit
Bildmaterial, Dr. Christian Halbrock, BStU, Historiker

ca. 14.30 Uhr
„Das DDR-Militärstrafgefängnis in Schwedt/Oder- Baugeschichte, Bestandsdokumentation und
Zeitzeugenberichte“, Torsten Dressler, Denkmalpfleger und Archäologe

Im Anschluss Mitgliederversammlung

Das UOKG-Verbändetreffen wird gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

„Mauern. Gitter. Stacheldraht“
Politische Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und in der Deutschen Demokratischen Republik.

Im Jahr 1945 endete der von Deutschland begonnene Zweite Weltkrieg. Mit dem Zusammenbruch des NS-Regimes und den Plänen der Alliierten zu einer umfassenden Demokratisierung schöpften viele Menschen Hoffnung auf einen Neubeginn.

Doch bald zerbrach die Anti-Hitler-Koalition. Durch Unterdrückung und Terror errichtete die Sowjetische Militäradministration in ihrer Besatzungszone (SBZ) eine Diktatur nach dem Vorbild der kommunistischen Sowjetunion.Die Staatsgründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) erfolgte 1949 ohne demokratische Legitimation. Die Staatspartei SED regierte über 40 Jahre mit Alleinherrschaftsanspruch. Kritik und Widerspruch wertete das Regime als Angriff gegen die herrschende Partei und die sowjetische Besatzungsmacht.

Die Repressionen in SBZ und DDR zwischen 1945 und 1990 waren vielseitig. Zu Leidtragenden wurden meist junge Menschen, die wegen ihrer Einstellung oder Lebensweise in Konflikt mit dem Staat gerieten. Die Ausstellung gibt ihnen ein Gesicht. Sie erzählt von den Schicksalen deportierter Frauen und Mädchen, von Internierten in deutschen und osteuropäischen „Speziallagern“, von politischen Häftlingen in DDR-Zuchthäusern, von an der innerdeutschen Grenze Zwangsausgesiedelten und von den durch die DDR-Staatssicherheit Verfolgten und Inhaftierten.

Eine Ausstellung der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (UOKG e.V.).
Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
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Informationen zum Verleih:

Die Ausstellung kann in Form von 17 A1-Plakatsätzen oder als 17 Banneraufsteller (1m x2m) präsentiert werden.
Sie wird auf Wunsch von einem authentischen politischen Häftling der DDR eröffnet.
Wenn Sie Interesse daran haben, die Wanderausstellung zu zeigen, wenden Sie sich bitte an folgende Adresse:

UOKG Bundesgeschäftsstelle
zu Hd. Herr Mittrup
Ruschestraße 103, Haus 1
10365 Berlin

www.uokg.de/wanderausstellung/ausstellung.htm