Herzliche Einladung zur Gedenkfeier
Europäischer Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus

am 23. August 2018 um 18.00 Uhr
in der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße, Leistikowstraße 1, 14469 Potsdam

Aus dem Programm

Begrüßung: Gisela Rüdiger, Gedenk- und Begegnungsstätte ehemaliges KGB-Gefängnis e.V.
Grußwort: Dr. Maria Nooke, Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

Festvortrag: „Die allzeit bedrohte Freiheit“

Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, Sächsischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst a.D., Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken 1997 bis 2009

Musik: Varoujan Simonian, Violine
N. Paganini op.1 Caprice Nr. 24, J. S. Bach, Partita 2. d-moll BWV 1004, Sarabande, J. S. Bach, Partita 1. h-moll BWV 1002, Sarabande

Im Anschluss daran laden wir Sie herzlich zu Getränken und einem Imbiss ein.

Eine Veranstaltung des Gedenkstättenvereins in Kooperation mit der „Fördergemeinschaft Lindenstraße 54“

Die vollständige Einladung entnehmen Sie bitte der Einladung und dem Flyer

 

Die Stadt Trier hatte sich bereit erklärt, nahe der Karl-Marx-Statue eine Gedenktafel aufzustellen. Dafür wurde foldenger Text formuliert:

Karl Marx ist der bekannteste Sohn der Stadt Trier. Wie kaum ein anderer hat er die unerhörte Dynamik seiner eigenen Zeit analysiert und wachsende Ungleichheit und Ausbeutung kritisiert. ,Das Manifest der Kommunistischen Partei’ und ,Das Kapital’ gehören heute zum Unesco-Weltdokumentenerbe. Die Würdigung seines Lebenswerkes jenseits von Legendenbildung und ideologischer Vereinnahmung ist der Stadt Trier ein großes Anliegen. Seine Ideen sind im 20. Jahrhundert zu Aufbau und Rechtfertigung von Diktaturen missbraucht worden. Seine Denkanstöße können aber auch heute noch dazu dienen, unseren Blick für die Probleme der Gegenwart zu schärfen.“

Dieser Text wurde ohne jegliche Beteiligung der Opferverbände verfasst, sodass es nicht verwundert, dass er nichts mit einer kritischen Auseinandersetzung mit Karl-Marx und seinen Lehren zu tun hat. Ganz im Gegenteil, der Text ist eine zusätzliche Würdigung, Karl Marx soll ohne jeden Zweifel positiv im Gedächtnis bleiben.

Marx und seine Ideen sind jedoch, anders als im Text behauptet, keineswegs missbraucht worden. Die kommunistischen Diktatoren haben sich wortgetreu seine Leitsätze, wie die gewaltsame Beseitigung der Klassenunterschiede, die Abschaffung der Gewaltenteilung, die Abschaffung des Privateigentums und die Unterordnung allen staatlichen Handelns unter das Diktat des Proletariats, sowie seinen bösartigen Antisemitismus, der weit über seine Zeit hinaus ging, zu eigen gemacht.

Unser Bundespräsident meint, dass man Marx nicht fürchten, ihm aber auch keine goldenen Statuen bauen müsse.

Die UOKG hatte die Stadt Trier aufgefordert den Text im Interesse der vielen Millionen Opfer weltweit und der Hunderttausenden Opfer in der DDR, an welche in keiner Weise erinnert wird, zu überarbeiten.

Die Aufforderung wurde mit folgendem entlarvenden Zitat beendet: „Die Kommunisten […] erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer Kommunistischen Revolution zittern.“ (Marx, Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, 1848, MEW 4, S. 493)

Diese Woche kam nun die Antwort der Stadt Trier auf die Aufforderung. Sie macht deutlich, dass die Stadt Trier es einfach nicht verstehen will. Sie sieht es als selbstverständlich an, dass die Stadt Trier Karl-Marx mit einer Statue ehrt und es unstrittig sei, dass Marx und seine Texte missbraucht wurden. Die vollständige Antwort finden Sie in der Anlage.

 

 

In dieser Woche hat die Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion unter anderem zur Digitalisierung der Stasi-Unterlagen geantwortet.

Demnach würde eine vollständige Digitalisierung aller Aktenbestände des Bundesbeauftragten für die Unterlagen das Staatssicherheitsdienstes der DDR einschließlich des Archivs an Audio- und Videoaufnahmen sowie an Fotos schätzungsweise 253 Millionen Euro kosten. Hinzu kämen etwa 50 Millionen für den Aufbau und die laufende Unterhaltung eines digitalen Magazins.

Der derzeitige Stand der Digitalisierung liege bei dem Schriftgut gerade einmal bei 0,2 Prozent. Bei den Tondokumenten seien es schon 53 Prozent.

Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG):

Von Hunderttausenden Opfern von SED und Stasi wird die Aufarbeitung des Unrechts der zweiten Deutschen Diktatur eher als Gedenkstättenkultur empfunden. Die Opfer von SED und Stasi haben einen Anspruch auf ganze Wahrheit. Für alles ist Geld da,“ so Dombrowski, „für die Aufklärung des SED-Unrechts offensichtlich nicht. Das ist frustrierend für die Opfer!

Ansprechpartner: Benjamin Baumgart; 030/55779620; presse@uokg.de

Märkische Allgemeine

Viele Eltern vermuten, dass ihnen in der DDR der Tod ihres neugeborenen Kindes nach der Geburt vorgetäuscht wurde. Auf diesen schlimmen Verdacht reagiert die Beauftragte des Landes Sachsen Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Frau Neumann-Becker, nun mit einem Forschungsvorhaben.

In diesem Forschungsprojekt geht es um die Aufarbeitung der schweren und häufig lebenslang prägenden Erfahrung, ein Kind verloren zu haben. Seit einigen Jahren kommen Frauen auf die Landesbeauftragte zu, die der Information keinen Glauben (mehr) schenken, ihr Kind sei vor, während oder nach der Geburt verstorben. Diese Frauen haben meist in den 1970er oder 1980er Jahren in der DDR ihr Kind entbunden. Heute stellen eine Reihe der betroffenen Frauen diese Information in Frage. Sie halten für möglich, dass ihr Kind nicht gestorben ist, sondern lebt und nicht über seine Herkunft informiert ist.
In unserem Forschungsprojekt sollen diese Fragen unter medizinischen, ethischen und historischen Aspekten in einem Pilotprojekt umfassend aufgearbeitet werden
„, so Frau Neumann-Becker.

Die entsprechende Pressemitteilung mit weiteren Informationen finden Sie im Anhang.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat zum 65. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR zu mehr Engagement für die Demokratie aufgerufen und kündigte an, künftig Opfer der SED-Diktatur mit einem Härtefallfonds zu unterstützen. Der Fonds solle greifen, wenn Entschädigungsleistungen und Opferrenten nicht ausreichen.

Die UOKG fordert seit vielen Jahren einen Härtefallfonds. Allein Brandenburg hat bisher einen solchen Fonds 2016 eingerichtet. Die UOKG hat daraufhin nochmals alle Bundesländer aufgefordert, ähnlich wie Brandenburg, einen Härtefallfonds für die Opfer der SED-Diktatur zu installieren. Auch im Zusamenhang mit den 18 Millionen Euro aus den SED-Sondervermögen, welche in allen neuen Bundesländern zum größten Teil in die Infrastruktur gepumpt werden, wies die UOKG darauf hin, dass das Geld denen zustünde, die von der SED-Diktatur widerrechtlich zur Arbeit gezwungen wurden, weshalb es für Entschädigungen und für einen Härtefallfonds verwendet werden müsse.

Nun hört man auch aus Thüringen und Berlin, dass ein Härtefallfonds eingerichtet werden soll.

Dies sind positive Entwicklungen, deren Umsetzung die UOKG genau verfolgen wird.

Vor 65 Jahren am 17. Juni 1953 gingen in der DDR in rund 700 Orten Hunderttausende gegen die Unterdrückung des SED-Regimes und dem Verlangen nach Freiheit auf die Straße. Ohne die Panzer der Sowjetarmee, die den Protest blutig niedergeschlugen, hätte das Regime ein jähes Ende gefunden. Viele Aufständische wurden getötet oder zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Bis zur Wiedervereinigung 1990 war der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland Feier- und Gedenktag als „Tag der Deutschen Einheit“. Durch den Einigungsvertrag wurde der 3. Oktober als „Tag der Deutschen Einheit“ bestimmt. Der 17. Juni blieb zwar Gedentag geriet aber in den Hintergrund des historischen Bewusstseins.

Kürzlich erklärte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, dass Berlin einen zusätzlichen Feiertag bekommen werde. Dabei stehe auch der 17. Juni im Raum. Die UOKG hat sich für dieses Datum ausgesprochen, um die Erinnerung an den Volksaufstand und das Bekenntnis zur Demokratie ins Bewusstsein zurückzurufen.

Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG):

Der Volksaufstand der Arbeiter am 17. Juni 1953 gegen die SED-Diktatur ist auch nach 65 Jahren von seinen Zielen nicht überholt. Auch heute gilt es, die Demokratie Tag für Tag zu verteidigen.

Ansprechpartner: Benjamin Baumgart; 030/55779620; presse@uokg.de