Auf Bitten der Initiativgemeinschaft Keibelstr., welcher wir gerne nachkommen, möchten wir Sie auf die auf die folgende Pressemitteilung aufmerksam machen.

 

Ehemalige DDR-Häftlinge empört über Pläne für DDR-Polizeigefängnis

Senatorin Scheeres zeigt erschreckenden Mangel an historischer Sensibilität“

Ehemalige Häftlinge des Ost-Berliner Polizeigefängnisses in der Keibelstraße haben gegen die Entscheidung der Bildungsverwaltung protestiert, sie aus dem Betrieb eines geplanten „Lernortes“ in dem Gebäude auszuschließen. Der Sprecher der Initiativgemeinschaft Ehemaliges Polizeigefängnis Keibelstraße, Harry Santos, erklärt:

Wir sind empört, dass wir bei der Entscheidung, wie dieses Gefängnis als Erinnerungsort betrieben werden soll, erneut ausgeschlossen worden sind. Die jetzt mit dem Betrieb beauftragte Agentur für Bildung ist bei der Aufarbeitung des Stasi- und Polizeistaates DDR noch nie in Erscheinung getreten. Besonders empört uns, dass ehemalige politische Häftlinge in den geplanten Programmen nur eine Statistenrolle spielen sollen. Wenn Schülerinnen und Schülern die Sichtweise von Stasi und SED als „gleichberechtigte Quelle“ neben den Erfahrungen der SED-Opfer betrachten sollen, fragt man sich, wie Schüler die Bedeutung von Menschenrechten und Demokratie verstehen sollen. Der Umgang der Bildungsverwaltung mit unserem Ort des Leidens ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Er zeugt von einem erschreckenden Mangel an historischer Sensibilität bei der verantwortlichen Bildungssenatorin Sandra Scheeres. Seit acht Jahren will die Bildungsverwaltung diesen Lernort eröffnen, seit acht Jahren verschiebt sie den Termin immer wieder. Dass der Termin nun wieder um ein halbes Jahr auf Dezember 2018 verschoben wurde, weckt bittere Erinnerungen an den ebenfalls bislang nicht eröffneten und immer teuer werdenden Flughafen BER. Wir fordern deshalb vom Senat, die Entscheidung rückgängig zu machen und die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen mit dem Betrieb zu beauftragen. Sie zeigt seit vielen Jahren, wie man einen ähnlichen Erinnerungsort unter Einbeziehung der Opfer mit großem Erfolg betreiben kann.“

Am Montag, den 13. August, veranstaltet die UOKG zusammen mit der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen von 9:00 bis 16:00 Uhr eine Kundgebung nahe des Alexanderplatzes. Auf der Fußgängerinsel kurz vor dem Eingang zum „Alexa“, wird die UOKG zusammen mit der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen mit Ständen und einem Gefangenentransportwagen stehen. Die Kundgebung soll nicht nur auf den Tag des Mauerbaus sondern darüber hinaus auf Sonderführungen im ehemaligen Polizeigefängnis in der Keibelstraße aufmerksam machen. Nähere Informationen zu den Sonderführungen finden Sie im Anhang.

Wir freuen uns auf ein reges Interesse.

Seitdem die kommentierende Tafel am Brüsewitz-Denkmal vor der Michaels-Kirche angebracht ist, wollen die kritischen Stimmen nicht verstummen. Und das zu Recht. So heißt es auf der Tafel verharmlosend: „Selbstverbrennung am 18.8.1976 aus Protest gegen Bevormundung durch das SED-Regime“ Auch die UOKG kritisierte die verschleiernde Darstellung. So sprach Dombrowski von einer Peinlichkeit der Wortwahl. Siehe dazu den heute in der BILD erschienenen Artikel, mit freundlicher Genehmigung der BILD-Zeitung.

Hinweis: Am 15.8.18 um 20.10 Uhr kommt im DLf eine Sendung zu dem Thema.

Pünktlich zum Jahrestag des Baus der Mauer am 13. August 1961 hat die UOKG zusammen mit anderen Initiativen ein weiteres Mahnmal für die Opfer entlang des Eiseren Vorhangs enthüllt.

Am 15. Oktober 1978 kam Rainer Burgis bei dem Versuch die Grenzanlagen zu überwinden durch die Selbstschussautomaten SM 70 ums Leben. Nun wird ihm zu ehren am Grünen Band zwischen Mechau und Bockleben erinnert.

Herzliche Einladung zur Gedenkfeier
Europäischer Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus

am 23. August 2018 um 18.00 Uhr
in der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße, Leistikowstraße 1, 14469 Potsdam

Aus dem Programm

Begrüßung: Gisela Rüdiger, Gedenk- und Begegnungsstätte ehemaliges KGB-Gefängnis e.V.
Grußwort: Dr. Maria Nooke, Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

Festvortrag: „Die allzeit bedrohte Freiheit“

Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, Sächsischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst a.D., Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken 1997 bis 2009

Musik: Varoujan Simonian, Violine
N. Paganini op.1 Caprice Nr. 24, J. S. Bach, Partita 2. d-moll BWV 1004, Sarabande, J. S. Bach, Partita 1. h-moll BWV 1002, Sarabande

Im Anschluss daran laden wir Sie herzlich zu Getränken und einem Imbiss ein.

Eine Veranstaltung des Gedenkstättenvereins in Kooperation mit der „Fördergemeinschaft Lindenstraße 54“

Die vollständige Einladung entnehmen Sie bitte der Einladung und dem Flyer

 

Die Stadt Trier hatte sich bereit erklärt, nahe der Karl-Marx-Statue eine Gedenktafel aufzustellen. Dafür wurde foldenger Text formuliert:

Karl Marx ist der bekannteste Sohn der Stadt Trier. Wie kaum ein anderer hat er die unerhörte Dynamik seiner eigenen Zeit analysiert und wachsende Ungleichheit und Ausbeutung kritisiert. ,Das Manifest der Kommunistischen Partei’ und ,Das Kapital’ gehören heute zum Unesco-Weltdokumentenerbe. Die Würdigung seines Lebenswerkes jenseits von Legendenbildung und ideologischer Vereinnahmung ist der Stadt Trier ein großes Anliegen. Seine Ideen sind im 20. Jahrhundert zu Aufbau und Rechtfertigung von Diktaturen missbraucht worden. Seine Denkanstöße können aber auch heute noch dazu dienen, unseren Blick für die Probleme der Gegenwart zu schärfen.“

Dieser Text wurde ohne jegliche Beteiligung der Opferverbände verfasst, sodass es nicht verwundert, dass er nichts mit einer kritischen Auseinandersetzung mit Karl-Marx und seinen Lehren zu tun hat. Ganz im Gegenteil, der Text ist eine zusätzliche Würdigung, Karl Marx soll ohne jeden Zweifel positiv im Gedächtnis bleiben.

Marx und seine Ideen sind jedoch, anders als im Text behauptet, keineswegs missbraucht worden. Die kommunistischen Diktatoren haben sich wortgetreu seine Leitsätze, wie die gewaltsame Beseitigung der Klassenunterschiede, die Abschaffung der Gewaltenteilung, die Abschaffung des Privateigentums und die Unterordnung allen staatlichen Handelns unter das Diktat des Proletariats, sowie seinen bösartigen Antisemitismus, der weit über seine Zeit hinaus ging, zu eigen gemacht.

Unser Bundespräsident meint, dass man Marx nicht fürchten, ihm aber auch keine goldenen Statuen bauen müsse.

Die UOKG hatte die Stadt Trier aufgefordert den Text im Interesse der vielen Millionen Opfer weltweit und der Hunderttausenden Opfer in der DDR, an welche in keiner Weise erinnert wird, zu überarbeiten.

Die Aufforderung wurde mit folgendem entlarvenden Zitat beendet: „Die Kommunisten […] erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer Kommunistischen Revolution zittern.“ (Marx, Engels: Manifest der Kommunistischen Partei, 1848, MEW 4, S. 493)

Diese Woche kam nun die Antwort der Stadt Trier auf die Aufforderung. Sie macht deutlich, dass die Stadt Trier es einfach nicht verstehen will. Sie sieht es als selbstverständlich an, dass die Stadt Trier Karl-Marx mit einer Statue ehrt und es unstrittig sei, dass Marx und seine Texte missbraucht wurden. Die vollständige Antwort finden Sie in der Anlage.