Grußwort des sächsischen Ministerpräsidenten zum Kongress…

Pressemeldung der UOKG:

Für das kommende Wochenende hatte die UOKG einen Bundeskongress politisch verfolgter Frauen in der DDR unter dem Titel „Nach 30 Jahren das Schweigen brechen“ geplant. Nach langer und reiflicher Überlegung wurde dieser Kongress in der vergangene Woche coronabedingt abgesagt.

Dennoch wird es am morgigen Freitag eine Kranzniederlegung geben. Um 15:00 Uhr treffen sich Vertreter der UOKG, darunter der Bundesvorsitzende Dieter Dombrowski, des Forums für politisch inhaftierte und verfolgte Frauen, der Gedenkstätte Frauenzuchthaus Hoheneck und der Stadt Stollberg, vertreten durch den Oberbürgermeister Marcel Schmidt, zur Kranzniederlegung.

Die UOKG wird diese Gedenkveranstaltung filmen und auf ihrer Homepage und ihrem Youtube-Kanal „UOKGNews“ zur Verfügung stellen. Zudem hat der Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, Michael Kretschmer, eine Videobotschaft übermittelt, welche über „UOKGNews“ abrufbar ist.

Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG):

„Wir mussten schweren Herzens den Kongress coronabedingt nun schon zum zweiten Mal verschieben. Viele Frauen hatten sich schon lange auf diese Veranstaltung gefreut. Mit der nun geplanten Gedenkveranstaltung wollen wir zum einen Präsens zeigen und zum anderen an die betroffenen Frauen zumindest virtuell einige Worte richten. Wir hoffen dann im nächsten Jahr alle zu sehen.“

„Jeder Mensch“, so Dombrowski abschließend, „hat ein Recht auf Heimat und gute Erinnerungen, aber mit Rücksicht auf andere darf die Banalisierung von Unrecht nicht weiter voranschreiten.“

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach langer und reifer Überlegung ist schweren Herzens entschieden worden, den vom 23. bis 25. Oktober geplanten Kongress „Nach 30 Jahren das Schweigen brechen“ in Stollberg/Sachsen abzusagen.

Begründung:

In der letzten Woche hatten die Mitarbeiter der UOKG entschieden, dass wir auch unter den erschwerten Bedingungen an der Durchführung des Kongresses festhalten zugunsten unserer sehr interessierten angemeldeten 64 Kongressteilnehmer, die sich über Monate auf den Kongress freuen und sich unbedingt über die neuen Erkenntnisse zur Thematik informieren möchten. Zum damaligen Zeitpunkt kamen keine Teilnehmer aus Risikogebieten, aber einige wenige unserer MitarbeiterInnen und Mitwirkenden, die bereit waren sich einem Corona-Test zu unterziehen.

In der vergangenen Woche sind die Infektionszahlen in vielen Kreisen leider weiter gestiegen, so dass mittlerweile nicht nur Mitwirkende, sondern auch Teilnehmer aus Risikogebieten anreisen würden und vor allem auch unser Veranstaltungsort Stollberg im Erzgebirgskreis mit einer Wocheninzidenz vom 67,8 als Risikogebiet eingestuft wurde.

Da unsere Kongressteilnehmer zum großen Teil eher älteren Jahrganges und durch Vorerkrankungen vorbelastet sind, möchte die UOKG ihrer Fürsorgepflicht nachkommen und hat sich schweren Herzens entschieden, den Kongress für dieses Jahr abzusagen.

Die UOKG wird die überfällige Thematisierung „Verfolgung und Inhaftierung von Frauen in der SBZ/DDR-Diktatur aus politischen Gründen“ weiter vorantreiben. Zum einen werden wir den Kongress bei den öffentlichen Geldgebern wieder beantragen und versuchen die vorbereiteten Inhalte des Kongresses mit Hilfe der Referenten als Mitschnitt auf unserem Youtube-Kanal UOKGNews alsbald für Interessierte zur Verfügung zu stellen.

Zugleich wird ein sehr kleiner Mitarbeiterkreis sowie Frau Carla Ottmann stellvertretend für das Frauenforum am Freitag, den 23.10.2020 die bereits bestellten Kränze am Gedenkstein in Stollberg stellvertretend für alle Frauen ablegen. Auch darüber wird ein kleiner Filmbeitrag auf dem UOKGNews-Kanal erscheinen.

Wir bitten um Ihr Verständnis und hoffen, Sie im nächsten Jahr zu sehen

Ihre UOKG-Geschäftsstelle

„Der fortschreitenden Verklärung des SED-Regimes müssen wir entgegentreten“

Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG):

„Es ist ein Tag der Freude für alle Deutschen und ein ermunterndes Zeichen für die ganze Welt, dass friedliche Revolutionen erfolgreich sein können. Wichtig ist, dass die Deutschen in allen Teilen unseres Landes mehr übereinander erfahren. Darum sollten Dialoge nicht nur in Jubiläumsjahren stattfinden.“

Dombrowski weiter: „In der DDR war natürlich nicht alles schlecht, aber der fortschreitenden Verklärung des SED-Regimes müssen wir entgegentreten. Es ist für die Opfer unerträglich, dass Äußerungen von Gregor Gysi (LINKE), wie ‚Die NSDAP hat Berge von Leichen und die SED Berge von Akten hinterlassen‘ nicht zu einem öffentlichen Aufschrei führen, denn Hunderttausende von Opfern des SED-Unrechts  sind keine Akten. Es ist auch unerträglich, dass ohne öffentlichen Aufschrei in der letzten Woche gegenüber der Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam ein DDR-Laden mit dem Symbol der Jungen Pioniere eröffnet hat, um Dosen mit ‚NVA-Erbsensuppe‘ zu verkaufen, die es in der DDR nicht einmal gegeben hat.“

„Jeder Mensch“, so Dombrowski abschließend, „hat ein Recht auf Heimat und gute Erinnerungen, aber mit Rücksicht auf andere darf die Banalisierung von Unrecht nicht weiter voranschreiten.“

Der Bundesvorsitzende der UOKG, Dieter Dombrowski, wurde am 22. September 2020 einstimmig zum Vorsitzenden des Beirats der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen wiedergewählt.

Zum stellv. Vorsitzenden wurde Mario Röllig gewählt. Damit wird der Beirat der Gedenkstätte BErlin-Hohenschönhausen von 2 ehem. pol. Häftlingen geführt. Der Beirat, bestehend aus 16 Wissenschaftlern und in der Aufarbeitung des SED Unrechts erfahrenen Persönlichkeiten, hat die Aufgabe die Gedenkstättenleitung inhaltlich zu beraten. Dombrowski ist mit der Wahl zum Beirstsvorsitzenden automatisch Mitglied des Stiftungsrates. Die Mitarbeit im Beirat und Stiftungsrat ist ehrenamtlich.

Anlässlich eines vom 11. bis zum 13. September abgehaltenen Kongresses im ehemaligen Zuchthaus Cottbus unter dem Motto „Zwangsarbeit in politscher DDR-Haft“ haben die anwesenden ehemaligen politischen Häftlinge aus der DDR nachfolgenden Appell beschlossen. Der Appell ist gerichtet an den Botschafter der Republik Belarus in Deutschland mit der Aufforderung diesen an seine Regierung weiterzuleiten.

Wir, die ehemaligen politischen Häftlinge der DDR appellieren an die Regierung der Republik Belarus alle politischen Gefangenen in Belarus unverzüglich freizulassen und die vom Volk verlangte Aufnahme eines Dialogs zu ermöglichen.Wir, die Deutschen, wissen was es bedeutet, wenn ein Volk geteilt ist. Bitte lassen Sie es nicht zu, dass das Volk der Republik Belarus in Auseinandersetzungen über die Zukunft ihres Landes geteilt wird. Bitte helfen Sie mit, dass das Volk der Republik Belarus in freier Selbstbestimmung über seine Zukunft entscheiden kann.

Im Namen der anwesenden politischen Häftlinge und Menschenrechtsaktivisten.

Dieter Dombrowski

Bundesvorsitzender der UOKG

Am 1. Oktober 2020 wurde der Appell in der Botschaft von Belarus abgegeben.

„Diesen Menschen ist schwerstes Unrecht widerfahren“

Heute ging das von der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (UOKG) und seinen Kooperationspartnern, dem Menschenrechtszentrum Cottbus (MRZ), der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Memorial Foundation Victims of Comunism (VIC) veranstaltete Tribunal „Zwangsarbeit in politscher DDR-Haft“ zu Ende. Die hochkarätig besetzte internationale Jury, darunter auch zwei Abgeordnete von CDU/CSU und FDP des Deutschen Bundestages, hatte sich in den letzten zwei Tagen verschiedene Fachvorträge und insgesamt 14 Zeugen und Zeuginnen angehört, bevor sie heute das viel zu beachtende Ergebnis in Form der „Cottbuser Erklärung zur DDR-Zwangsarbeit“ präsentierte.

Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG):

„Es ist wichtig, dass im 30. Jahr der Deutschen Einheit die Ausbeutung von politischen Gefangenen durch Zwangsarbeit nicht in Vergessenheit gerät. Viele der ehemaligen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen haben schwere körperliche und seelische Schäden zurückbehalten. Die Jury war in der Beratung und in ihren Forderungen einig. Diesen Menschen ist schwerstes Unrecht widerfahren und sie benötigen Hilfe und Unterstützung.“