Gedenkstein  


„Vergesst uns nicht“
- Vergesst uns nicht, waren die letzten Worte so manchen Häftlings, der in den Armen eines Kameraden starb, war die Botschaft aus den letzten Blicken vieler Sterbender. „Vergesst uns nicht“ das ist der Auftrag, dem wir uns verpflichtet fühlen.

 

RÜCKSCHAU AUF UNSERE VERANSTALTUNGEN 2012-2015

Im September 2013 wurde Victoria Heydecke zur Ehrenvorsitzenden gewählt.
Eine Straße vor der Gedenkstätte soll künftig den Namen von Gisela Gneist tragen.

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Detlev Putzar: Lager Sachsenhausen

Todeslager Sachsenhausen

Wie ist es möglich, dass ein Mensch Verbrechen zugibt, die er gar nicht begangen hat? Nur auf eine Weise, nämlich aufgrund der Anwendung physischer Gewalt zur Geständniserpressung – indem man ihn bis zur Bewusstlosigkeit foltert und ihn seiner Urteilsfähigkeit und seiner menschlichen Würde beraubt. Auf diese Weise kommen Geständnisse zustande.“

Nikita Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPDSU imFebruar 1956

Das Lager Sachsenhausen war das größte NKWD-Lager auf deutschem Boden. Der NKWD war der sowjetische Geheimdienst. Es war, wie alle diese Lager, ein Todeslager. Von Anfang an kam es zu einem Massensterben. Von 123 000 Häftlingen in der ganzen sowjetischen Besatzungzone starben etwa 43 000, das sind ca. 35 % oder jeder Dritte. In den Massengräbern in Sachsenhausen liegen ca. 12 000 Tote. Oberste Maxime der Lager war die Inhumanität, es fehlte an allem, was zum Überleben erforderlich war. Dazu kam die totale Rechtlosigkeit der Gefangenen. Hilflos waren sie den Schikanen der oft kriminellen Funktionshäftlingen und der Lagerleitung ausgesetzt.

Wichtigste Waffe des NKWD war der Hunger. Er tat sein schreckliches Werk still und mit tödlicher Sicherheit. Die Häftlinge magerten zu Skeletten ab, ihre inneren Organe verkümmerten bis sie schließlich verhungerten oder an einer der vielen im Lager grassierenden Krankheiten starben. Die eindrucksvollen Kohlezeichnungen des Malers Wilhelm Sprick, der viele Jahre in mehreren Lagern Schreckliches erdulden musste, machen das Elend der Gefangenen sichtbar. Er nennt sie „Bilder gegen das Vergessen“.

Die Lager waren Schweigelager. Sie waren hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen. Kein Außenstehender durfte das Elend der Gefangenen und ihren tausendfachen Tod sehen. Die Stalinisten wussten um das Verbrecherische ihrer Taten und verbargen sie sorgfältig vor der Welt. Lediglich die Angst war willkommen, die aus den Lagern hervor kroch und sich wie ein Pesthauch über das Land legte. Denn sie machte die Menschen gefügig, sich der roten Diktatur zu unterwerfen, und die Propagandalüge zu glauben, allein die DDR betreibe eine richtige Entnazifizierung und führe in den Lagern Naziverbrecher ihrer gerechten Strafe zu.

Die strenge Isolierung der Gefangenen von der Außenwelt brachte dem NKWD einen weiteren Vorteil. Sie zersetze den Lebenswillen Vieler, die unter der Ungewissheit über das eigene Schicksal und das ihrer Angehörigen qualvoll litten.

Zeichnungen der ehemaligen Häftlinge Detlev Putzar (li.) und Wilhelm Sprick