Gedenkstein  

„Vergesst uns nicht“
- Vergesst uns nicht, waren die letzten Worte so manchen Häftlings, der in den Armen eines Kameraden starb, war die Botschaft aus den letzten Blicken vieler Sterbender. „Vergesst uns nicht“ das ist der Auftrag, dem wir uns verpflichtet fühlen.
 
 

 


 

Nachruf auf Gerhard Grziwa Nachruf Grziwa * 26.4.1927 + 13.8.2011

 

Gerhard Grziwa


Gerhard Grziwa wurde im April 1948 beim Grenzübertritt mit unterstelltem Verdacht auf Spionage verhaftet und zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt (1995 von der Generalstaatsanwaltschaft der Russ. Föderation rehabilitiert).

Wir lernten uns bei Auflösung des sowjetischen Speziallagers Sachsenhausen auf dem Transport in die StVA Untermaßfeld kennen und teilten dort über 18 Monate eine enge Zelle. Der dritte Zellenkamerad war der wohl vielen Mitgliedern bekannte Karl-Heinz Hebold (La He, der „lange Hebold“, verstorben 2004). Anfang Dezember 1951 wurden wir nach Brandenburg-Görden verlegt. Im Februar 1952 fanden wir uns im gleichen Krankensaal des Haftkrankenhauses Waldheim wieder und wurden am 17.1.54 entlassen. Erst 1992 gab es mit großer Freude ein Wiedersehen.

Unser Tschiu kam Anfang August mit unklarem Befund in eine Klinik und sollte nach gut verlaufender OP bald entlassen werden. Völlig überraschend starb er an Herzversagen. Bei seiner Bestattung in Lünen legten meine Frau und ich einen Kranz des Waldheim-Kameradschaftskreises nieder. Den lieben Tschiu und die regelmäßigen Telefonate mit ihm werden wir sehr vermissen.

Paul Radicke (Bevern)


Grziwa, Sachsenhausen
Gerhard Grziwa beim Gedenken auf dem Kommandantenhof in Oranienburg