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Initiativgruppe Internierungslager Ketschendorf e.V.

Gedenkstätte in Fürstenwalde / Ketschendorf / Halbe

Die sowjetische Besatzungsmacht errichtete Ende April 1945 in einer Wohnsiedlung des Reifenwerkes Ketschendorf das Speziallager Nr.5, in das sie nicht verurteilte Internierte einwies. In den für 500 Personen ausgelegten Siedlungshäuschen wurden 500 Frauen, 1 500 Jugendlichen, 6 000 Männern und ca. 2 000 Wlassow-Leuten und Zivilrussen belegt. Das Lager wurde Mai 1945 bis Februar 1947 betrieben und im April 1947 aufgelöst. Die überlebenden Häftlinge wurden in andere Speziallager verlegt und in die Sowjetunion verschleppt.

Die Toten des Lagers wurden in Massengräbern im sogenannten Wäldchen verscharrt, wo sich heute die Gedenkanlage befindet. An den Gedenkfeiern nahmen im Juni 2004 mehrere Hundert Angehörige und ehemalige Lagerhäftlinge teil.

Die Gedenkstätte ist jederzeit zugänglich.
In der Stadtbibliothek Fürstenwalde am Goetheplatz befindet sich eine Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Stalinismus.

Am 9. Mai 2010 fand die 21. Gedenkveranstaltung der Initiativgruppe in Fürstenwalde statt, die 25. am 17. Mai 2014 mit einem Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche und die 26. am 9. Mai 2015. Meist am Vortag wurde von den Mitgliedern auf dem Waldfriedhof Halbe der 4620 (neu: 4.722) Lagertoten gedacht, deren sterbliche Überreste 1952/53 dort anonym vergraben worden waren. 2010 wurde nach 14jähriger Vorstandstätigkeit Kamerad Reinhold Rösner gedankt und fünf neue Vorstandsmitglieder, darunter der Fürstenwalder Superintendent i.R. Eckhard Fichtmüller, einstimmig gewählt.

2013-14 wurde für das Internierungslager ein Totenbuch erarbeitet mit Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort, letzter Wohnort und Sterbedatum. Diese umfangreichen von Dr. Andreas Weigelt durchgeführten Recherchen haben ergeben, dass die Namen von 4.722 Opfern des Lagers erfasst wurden. Es sind also mindestens 100 Menschen mehr im Lager umgekommen als bisher bekannt war.

„Wir sind hier an einem Ort, der für viele Tausende zum Grab, zum Massengrab geworden ist. Nichts erinnerte bisher daran, dass es sich um einen besonderen Ort handelt. ….. Wir sind als Menschen dazu verpflichtet, die Würde jedes Menschen zu achten, der Lebenden und der Toten“. (aus der Gedenkrede von Eckhard Fichtmüller am 8. Mai 1990)

Ansprechpartner:
Geschäftsstelle der Initiativgruppe
Internierungslager Ketschendorf e.V.
Frankfurter Str. 4, 15517 Fürstenwalde
Tel.: (033 61) 30 78 73
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.internierungslager-ketschendorf.de
Sprechstunde: Dienstag 10.00 Uhr - 16.00 Uhr
Bankverbindung: IBAN: DE08100100100687614105 BIC: PBNKDEFF Postbank

Verkehrsverbindungen:
Autobahnabfahrt Fürstenwalde-West.
Der Weg zur Kriegsgräberstätte Internierungslager ist ausgeschildert.
Busverbindung ab Bahnhof Fürstenwalde,
Linie 1 bis Endstation Platz der Solidarität (werktags halbstündlich, sonn- und feiertags stündlich).

Zum Friedhof Halbe:
Autobahn A 13 Abfahrt Teupitz, Bundesstraße 179

weiterführende Links:

Landeszentrale für politische Bildung zu den Massengräbern in Halbe

Staatskanzlei Brandenburg - Empfang 2009 für Überlebende sowj. Speziallager

wikipedia zum Speziallager Ketschendorf