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Gedenkstätte Sachsenhausen (Oranienburg)

Ort doppelter Geschichte: Sachsenhausen 2005


Impressionen aus der Gedenkstätte Sachsenhausen:
am 13. August 2005:

 

Der ehemalige litauische Ministerpräsident Dr. Vytautas Landsbergis fand zu Herzen gehende Worte und wies auf den Kommunismus als Verursacher des tausendfachen Leidens im SZ Sachsenhausen hin.

 

 


Vertreter anderer Opfer- und Verfolgtenverbände legten ebenfalls Kränze nieder.

Sonnabend/Sonntag, 13./14. August 2005 www.oranienburger-generalanzeiger.de

Ein Ort doppelter Geschichte: Gedenken an Speziallager-Opfer
von Friedhelm Brennecke

ORANIENBURG. Hunderte Überlebende gedachten gestern in der Gedenkstätte Sachsenhausen der Opfer des sowjetischen Speziallagers Nr. 7, das am 16. August 1945 im Kern des ehemaligen KZ Sachsenhausen eingerichtet worden war. Von den 60 000 Inhaftierten kamen 12 000 um.

Die Geschichte der zehn sowjetischen Speziallager sei in der DDR „total tabu“ gewesen. In der Bundesrepublik habe das Thema bis zum Mauerbau 1961 durchaus eine Rolle gespielt, sei dann aber zunehmend in Vergessenheit geraten, sagte Günter Morsch, der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten zum 60.Jahrestag der Errichtung des Speziallagers. Dabei sei „Erinnerung die Basis jeder politischen Kultur“, unterstrich Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU). Das gelte erst recht für einen „Ort doppelter Geschichte“, wie es Sachsenhausen nun mal sei.

Es dürfe keine Opfer erster und zweiter Klasse geben, sagte der Ehrenvorsitzende der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft, Gerhard Finn, in seiner Rede hier.

Vor einer Relativierung des Nazi-Unrechts, aber auch vor einer Bagatellisierung der Geschichte der Speziallager warnte der Historiker Bernd Faulenbach. Im Speziallagermuseum wurde gestern die Sonderausstellung „Bittersüß“ eröffnet.


RBB-Online, 13. August 2005
Gedenken an Opfer von sowjetischem Speziallager

In der Gedenkstätte Sachsenhausen bei Oranienburg ist am Freitag der Opfer des sowjetischen "Speziallagers Nr. 7" gedacht worden. "1945/46 waren zwar viele der Insassen NSDAP-Mitglieder, doch viele andere wissen bis heute nicht, warum sie hierher kamen", sagte Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU).
Bei der Gedenkveranstaltung wurde das Projekt eines Totenbuchs vorgestellt. Dort sollen die Namen der mehr als 12.000 Menschen niedergelegt werden, die zwischen 1945 und 1950 in dem Lager umkamen. Zudem wurde eine Sonderausstellung mit den Lebensläufen von 16 Gefangenen eröffnet.
Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Auflösung des Konzentrationslagers Sachsenhausen hatte die Sowjetunion vor 60 Jahren das Speziallager eingerichtet. Am 16. August 1945 kamen die ersten Häftlinge an.
Nach der Schließung der Lager im Jahr 1950 habe die DDR-Regierung mit allen Mitteln versucht, die Gräueltaten der sowjetischen Besatzungsmacht zu verleugnen, sagte Wanka. An diesem Samstag erinnert die Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen an die Opfer.

Der frühere Ministerpräsident von Litauen, Vytautas Landsbergis, sprach in seiner Rede von „falschen Urteilen für Gegner der Diktatur“. Sie seien deswegen falsch gewesen, weil sie sich gegen „Volksfreunde, nicht aber gegen Volksfeinde gerichtet“ hätten.

„Es ist für Westeuropäer auch an der Zeit, sich diese Dinge bewußt zu machen.“ Mit diesen Worten versuchte der Balte seine Nachbarn wachzurütteln. Dankenswerterweise habe das „Europäische Parlament eine Resolution verabschiedet, in der beide Diktaturen als Tyrannei bezeichnet werden“: zwei Tyranneien, die beschlossen hätten, den Zweiten Weltkrieg zu beginnen. „Die Gewalt war alles, der Mensch war nichts“, faßte Landsbergis die Ära des Totalitarismus zusammen. Abschließend erinnerte er an die Zusammenarbeit von KGB und Gestapo in Polen bis zum Frühjahr 1941. Landsbergis: „Diese Konzentrationslager waren ganz gut tauglich für den sowjetischen Bedarf.“

Am Vortag der Gedenkveranstaltung der Opferverbände hatte auch die Gedenkstätte Sachsenhausen eine „offizielle“ Zeremonie zum Andenken an die Häftlinge aus der Zeit des „Speziallagers Nr. 7“ veranstaltet. Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) sprach auf dieser Feier von einem Ort der „doppelten Geschichte“. Die Ministerin dankte denjenigen, die nach 1990 ihr Schweigen gebrochen hätten, wie sie sich ausdrückte.



Die Insassen des Sowjetlagers nach 1945 fühlen sich benachteiligt. mehr (Artikel vom 11.8.2005 in Die Welt)

Vytautas Landsbergis,
der frühere litauische Ministerpräsident, im Gespräch mit seinem Berater und Übersetzer.

Gisela Gneist Vorsitzende der AG Lager Sachsenhausen, moderierte die einzelnen Punkte der Gedenkveranstaltung.
       

Die Ansprache des Schriftstellers Ulrich Schacht sorgte für heftige nachträgliche Debatten in der lokalen Presse.

Mehr als 200 ehemalige Häftlinge, deren Angehörige und Sympathisanten versammelten sich an den Massengräbern am früheren Kommandentenhof der Gedenkstätte Sachsenhausen.
über 200 Ehemalige und Angehörige kamen 2005 zusammen.
       

Gisela Gneist, Vorsitzende der AG Lager Sachsenhausen legte Kränze nieder.

Im Gottesdienst sprach Pfarrer Rüß auch davon, daß kein Mensch ohne individuelle Schuld gewesen sei.

       
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