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Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.
Initiativgruppe Lager Mühlberg e.V.
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Kriegsgefangenenlager
1939-1945 In der Nähe der Stadt Mühlberg/Elbe wurde 1939/40 von einer Riesaer Pioniereinheit der Deutschen Wehrmacht auf Neuburxdorfer Flur das Kriegsgefangenenlager „Stalag IV B“ (Stammlager) errichtet. In der Zeit des Bestehens bis 1945 diente es als Durchgangs- und Sammellager gefangener Soldaten aus fast allen kriegsführenden Nationen. Das Denkmal eines französischen Bildhauers, für die laut Gräberbuch 3.032 verstorbenen Soldaten, befindet sich auf dem Kriegsgefangenenfriedhof in Neuburxdorf. Nach der Befreiung am 23. April 1945 durch die Rote Armee, erfolgte eine Nutzung des Lagers für die Rückführung sowjetischer Kriegsgefangener, von „Ostarbeitern“ und Angehöriger der „Wlassow-Armee“.
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Zeittafel: Im September 1945 übernahm das sowjetische NKWD das völlig heruntergekommene Lager, baute es aus und betrieb es bis 1948 nach dem GULag-System.
Ohne Klärung der Schuldfrage wurden missliebige Personen in völliger Isolierung und unter unmenschlichen Bedingungen jahrelang gefangengehalten. Von den fast 22.000 Inhaftierten wurden ca. 3.000 in die Sowjetunion deportiert, 200 vor sowjetische Gerichte gestellt, ca. 500 in Berliner Arbeitskommandos verbracht, 7.705 entlassen und 3.611 bei der Auflösung des Lagers in das Speziallager Nr. 2 Buchenwald verlegt.
Etwa 7.000 Insassen überlebten das Lager nicht und wurden in Massengräbern am Rande des Lagergeländes begraben. Mit Unterstützung vieler freiwilliger Helfer erfolgte die Errichtung einer eindrucksvollen Gedenkstätte.Angebote: Jährliche Mahn- und Gedenktreffen der „Initiativgruppe Lager Mühlberg e.V.“ In Mühlberg befinden sich in der Klosterstr. 9 das Stadtmuseum mit einer Abteilung für die Lagergeschichte
Aktuelle Buchankündigung:Elisabeth Schuster: "Reite Schritt, Schnitter Tod!"
Leben und Sterben im Speziallager Nr. 1 des NKWD, Mühlberg (Elbe)
Scribeo-Verlag, 3. Auflage 2007, 466 Seiten, 15,- EuroNach 1925 durchliefen etwa 22 000 Inhaftierte das Lager in den 3 Jahren seines Bestehens. Sie mussten dort in völliger Isolation und Rechtlosigkeit dahinvegetieren. Und für ca. 6700 wurden die Massengräber zur grausamen Endstation ihres Lebens. Über diesen Ort konnten Angehörige bzw. Hinterbliebene in der SBZ/DDR, wenn überhaupt, nur flüstern, und in der Bundesrepublik interessierte sich kaum jemand dafür.
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