Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.

Initiativgruppe Internierungslager Jamlitz e.V.
www.die-lager-jamlitz.de

Mehrere Gedenkstätten im Wald zwischen Lieberose und Leeskow

Zuerst ein Außenlager des KZ Sachsenhausen 1943 - 1945. Danach Weiternutzung durch das sowjetische NKWD zwischen September 1945 bis April 1947 als "Speziallager Nr. 6".

Vor allem Belegung durch Häftlinge, die ohne Urteil festgehalten wurden. In dieser kurzen Zeit starben 3.380 Menschen und wurden in den Wäldern um Jamlitz in anonymen Massengräbern verscharrt.

Ansprechpartner:
Initiativgruppe Internierungslager Jamlitz e.V.
c/o Kurt Noack
Bergmannsweg 9, 03159 Groß-Kölzig,
Tel.: (035600) 65 52

Ev. Kirchengemeinde Lieberose
Markt 19,15868 Lieberose
Tel.: 033671-2682 und 2140
www.die-lager-jamlitz.de

Verkehrsverbindung:
Bus von Beeskow oder Cottbus nach Lieberose, Bus nach Jamlitz
Die Gedenkstätten befinden sich direkt an der stillgelegten Bahnlinie Frankfurt/Oder - Cottbus an der B 320 Jamlitz - Guben

Foto 2: Gedenkstein am früheren Lagereingang

Foto 3: Gedenkstein (neues Urnengrab,
Gemeindefriedhof Jamlitz 1990

 


Literatur zum Thema:
Andreas Weigelt: "Umschulungslager existieren nicht"
(kostenloser download)
Zur Geschichte des sowjetischen Speziallagers Nr. 6 in Jamlitz 1945 - 1947
"Brandenburgische Historische Hefte" Nr. 16, Landeszentrale für polit. Bildung Brandenburg 2001

wikipedia: Speziallager Jamlitz

Das sowjetische Speziallager Nr. 6 Jamlitz bestand von September 1945 bis April 1947. Nach sowjetischen Unterlagen durchliefen etwa 10.200 Gefangene der Besatzungsmacht dieses Lager, beinahe jeder Dritte fand dort den Tod.
Das Lager hatte somit eine der höchsten Todesraten aller sowjetischen Speziallager. Die provisorischen Haftbedingungen des KZ-Nebenlagers schrieben sich unter dem Vorzeichen der Abrechnung mit dem Nationalsozialismus fort. Die Haftgründe der Insassen und deren Bewertung bleiben auch nach Öffnung der NKWD-Registraturakten umstritten, da die dort notierten Haftvorwürfe nur teilweise mit internationalen Vorgaben (Kontrollratsdirektiven) korrespondierten und andererseits sogar NKWD-Befehlen widersprachen. Für das Speziallager Nr. 6 in Jamlitz läßt sich sagen, daß die Insassen mehrheitlich den niedrigen Funktionen innerhalb der NSDAP und ihrer Gliederungen zuzuordnen sind.

Die Jugendlichen im Lager müssen ohnehin als unschuldig angesehen werden. Nur in einigen recherchierbaren Fällen lassen sich Verbrechenszusammenhänge erkennen.
Als paradoxer Fall kann die Haft des Cottbuser Elektrikers und Altkommunisten Otto Maaß gelten, der im Februar 1945 Augenzeuge der Ermordung der 1200 im Lager zurückgebliebenen jüdischen Häftlinge in Jamlitz geworden war. Maaß wurde im Herbst 1945 vom NKWD verhaftet, gerade als er die Morde von Jamlitz aufklären wollte.
Seit 1995 ist an einem der Massengräber ein Friedhof als Gedenkstätte eingerichtet.