Gästebuch Archiv Links Interessante Publikationen andere Häftlingsverbände  

DEMOKRATIE l FREIHEIT l MENSCHENWÜRDE
CHG

Cottbuser Häftlingsgemeinschaft
Kontakt: CHGcottbus@yahoo.de | www.uokg.de

Die Cottbuser Häftlingsgemeinschaft ist der Interessenverband ehemaliger politischer Verfolgter aus dem Zuchthaus Cottbus.
Sie ist Träger der politischen Bildung zur Stabilisierung der Demokratie, Freiheit und Menschenwürde in Deutschland.

Strafvollzugsanstalt Cottbus, Bautzener Straße
Von 1933 bis 1945 und danach wieder von 1945 bis 1989 waren hier regelmäßig politische Häftlinge untergebracht. Bis 1979 wurden im Keller sog. "U-Boot-Zellen" betrieben, bis zum Ende der DDR im 2. Stock (linker Flügel, Bild rechts) die sog. "Tigerkäfige" - Einzelhaftzellen, in denen innen Fenster und Tür doppelt mit durchgehenden Gitterstäben abgeteilt waren.
Insbesondere zwischen 1945 und 1989 saßen hier jährlich 300 - 500 meist junge Häftlinge aus den Prozessen des NKWD, der GPU und des DDR-Staatssicherheitsdienstes.

Untersuchungshaftanstalt Am Spreeufer,
hinter dem Amts- und Landgericht Cottbus:
Ehemaliges Gefängnis des NKWD/GPU, später UHA des Staatssicherheitsdienstes. Hier wurden viele unschuldige Menschen vom MfS als Untersuchungsorgan auf perfide, später oft psychologische Weise gequält und als angebliche Staatsfeinde zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt.

Foto: Brauckmann, 1986

Essenskübel inder Haftanstalt Cottbus, die bis 1989 noch zur Essensausgabe für politische Häftlinge benutzt wurden.

In den DDR-Gefängnissen leisteten die politischen Häftlinge offenen und versteckten Widerstand, wie eine Untersuchung der Gauck-Behörde (BSTU) dokumentierte..

  Fenster zum Hof:
Blick aus den Arbeitsräumen des VEB Pentacon Dresden (Produktionsräume innerhalb der Haftanstalt) zum Gebäudetrakt der "Erziehungsbereiche" EB 3 - 9, in dem vorwiegend politische Häftlinge gefangengehalten wurden. Der Baum wurde erst nach 1989 gepflanzt.
         
MfS-UHA Cottbus MfS-UHA Cottbus Foto: Brauckmann, 1986
Ehem. Gefängnis des NKWD/GPU, später UHA des Staatssicherheitsdienstes Cottbus (hinter dem Amtsgericht, Am Spreeufer) - Links der Hofeinfahrt:
Kleine Gedenktafel seit 3.12.1993
Ehem. Gefängnis des NKWD/GPU,
später die UHA des Staatssicherheitsdienstes,
Am Amtsteich/Am Spreeufer)
Posten-Laufgitter des "Freiganges" in der Einzelhaft
Ehem. STVE Cottbus, Bautzener Straße (hinter der Zentralredaktion der "Lausitzer Rundschau")
Eine seltene Aufnahme von 1986.

Verkehrsverbindung:
Bahn bis Bahnhof Cottbus, Straßenbahn ins Stadtzentrum oder 15 min Fußweg bis hinter die Kreuzung - unter der Brücke rechts halten.

Gedenktafel hinter dem Amtsgericht Cottbus, an der Hofeinfahrt zum ehemaligen Zellentrakt
Von 1945 bis 1950 Gefängnis des NKWD, Am Amtsteich (am Spreeufer), fast im Stadtzentrum von Cottbus

Gedenkstein der VOS vor der ehemaligen Haftanstalt Cottbus an der Bautzener Straße,
am ersten Zaun vor dem Eingang zum Zuchthaus

Kurze Geschichte der Strafvollzugseinrichtung Cottbus in der DDR:

Von 1933 bis 1945 und danach wieder von 1945 bis 1989 waren hier stets politische Häftlinge untergebracht.

Nach 1945 Wiederaufbau des sogenannten Zentralgefängnisses Cottbus für 600 Insassen durch die Justizverwaltung.

Januar 1951: Übernahme der Haftanstalt Cottbus durch die Volkspolizei der DDR.

Juni 1953: Wegen des Volksaufstandes mußten die Haftarbeitslager Preschen und Drewitz geräumt und die Häftlinge in die nahegelegene Haftanstalt Cottbus gebracht werden. Die Belegung wuchs deshalb sprunghaft auf rund 2.500 Personen an.
Diese drangvolle Enge und die Hoffnung auf politischen Wandel führten zu einer "aufrührerischen Stimmung". Etwas 300 Inhaftierte organisierten einen Hungerstreik, der erst nach zwei Tagen niedergeschlagen werden konnte. Die "Rädelsführer" wurden dann strafrechtlich zur Verantwortung gezogen.

1961: Verlegung der Untersuchungshaftanstalt Cottbus in die Haftanstalt Cottbus, in der seinerzeit vorwiegend Häftlinge mit Freiheitsstrafen von unter drei Jahren einsaßen. In den späten sechziger und siebziger Jahren schwankte die Belegung der Haftanstalt zwischen 800 und 1.200 Insassen. Die Zahl der politischen Häftlinge unter ihnen wird auf ca. 600 geschätzt.

Oktober 1978: Der politische Häftling Werner Greifendorf (wegen eines Antrages auf Ausreise aus der DDR inhaftiert) versuchte sich aus Verzweiflung im Hof der Haftanstalt selbst zu verbrennen. Im Krankenhaus erlag er später seinen schweren Brandverletzungen.

In den achtziger Jahren wurden die Häftlinge fast ausnahmslos zur Zwangsarbeit eingesetzt und mußten in verschiedenen Betrieben Kunststoffteile schleifen, Polstermöbel herstellen oder Aluminiumteile für Pentacon - Spiegelreflexkameras für den Westexport entgraten und montieren. In Schichtarbeit wurden enorme Arbeitsnormen verlangt. Wer die nicht erfüllen konnte, kam in Einzelhaft in sogenannte "Tigerkäfige", in denen der Zugang zu Tür und Fenster durch innerhalb der Zellen eingezogene Gitter verhindert wurde.
Unter den Häftlingen befanden sich in den achtziger Jahren zahlreiche, oft noch sehr junge, Ausreisewillige aus der DDR, von denen jährlich ca. 1200 durch "Freikauf" in die Bundesrepublik Deutschland gelangten.

 

Ansprechpartner:

CHG
Cottbuser Häftlingsgemeinschaft
Kontakt: CHGcottbus@yahoo.de

Bezirksgruppe ehem. politischer
Häftlinge in Cottbus und Umgebung
(hat sich aus Altersgründen
zum 1.1.2008 aufgelöst)

 

 

 

weiter


"Lausitzer Rundschau" vom 8. November 2002:

Politische Häftlinge des
Cottbuser Gefängnisses erinnern sich

Eine öffentliche Gesprächsrunde zum Thema "Damit die Erinnerung nicht abreißt..." fand heute um 19 Uhr im Cottbuser Forum der RUNDSCHAU, Straße der Jugend 54, statt. Zeitzeugen, die aus politischen Gründen im Cottbuser Strafvollzug inhaftiert waren, berichteten von ihren Erfahrungen.
Zu Beginn des Abends stellt Dr. Tobias Wunschik, Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, die Einflussnahme des Mielke-Apparates auf den DDR-Strafvollzug aus historischer Sicht dar.


DER GANZE ARTIKEL HIER

BStU : Der Widerstand in DDR-Gefängnissen