Berlin, 10. Februar 2006
UNION DER OPFERVERBÄNDE KOMMUNISTISCHER GEWALTHERRSCHAFT e.V.
PRESSEMITTEILUNG
Protest der UOKG gegen Verkauf des MfS-Arbeitslagers
"Schweigelager X" in Berlin-HohenschönhausenMit aller Entschiedenheit unterstützt die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft die Proteste gegen den Verkauf und eine kommerzielle Nutzung des ehemaligen Arbeitslagers des DDR-Staatssicherheitsdienstes in der Berliner Genslerstraße.
Ebenfalls protestieren wir gegen die Absicht, im ehemaligen Dienstgebäude der Hauptverwaltung IX des Ministeriums für Staatsicherheit der DDR ein Hotel zu errichten. Mit den benachbarten Grundstücken der Gedenkstätte Hohenschönhausen verbinden viele Opfer des Kommunismus besonders schlimme Erfahrungen aus der Zeit ihrer Haftjahre in Hohenschönhausen. So haben sie u. a. auf den oben genannten Arealen Zwangsarbeit leisten müssen und sind vielfältigen Repressalien durch Angehörige des Staatssicherheitsdienstes ausgesetzt gewesen.
Dass ausgerechnet ein ehemaliger Angehöriger des MfS auf einem der Gelände ein Hotel errichten will, empfinden wir als eine geradezu zynische Provokation. Wir bitten die Verantwortlichen dringend darum, alles in ihrer Macht liegend zu tun, um solche Vorhaben zu unterbinden.
gez. Horst Schüler, Vorsitzender der UOKG e.V.
HINTERGRUND:
Gedenkstätte Hohenschönhausen warnt vor möglichem Abriss