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Union der Opferverbände
kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.

Spendenaktion
für deportierte Frauen

Wir bitten Sie um Ihre Hilfe !

Rechtlos waren sie jeder Gewalt ausgeliefert (Hamburger Abendblatt, 9.1.2005)

Zum Spendenstand der Aktion im Januar 2006 hier


Zu den vergessenen Opfern des Krieges gehören sie:
Hunderttausende deutscher Frauen, die willkürlich nach Sibirien verschleppt wurden
und nach jahrelanger Zwangsarbeit krank an Körper und Seele zurückkehrten.

Sie war gerade zwanzig, als sie heimkehrte, doch in ihren Augen war nichts mehr jung. Sie wog 38 Kilogramm, und sie unterschied sich in nichts von den anderen Frauen, die sie umringten. Alle hatten sie Jahre der Verzweiflung hinter sich, von Hunger, Kälte, schwerster Arbeit, Krankheiten und Angst geprägte Jahre. Not war ihr ständiger Begleiter gewesen, unendliche Not.

Ilse Hildebrandt denkt oft an diese Zeit zurück. Und in ihren Träumen erlebt sie sie wieder und wieder, obgleich doch zwischen Gegenwart und Vergangenheit mehr als ein halbes Jahrhundert liegt. Nein, diese Erinnerungen wird man sein Leben lang nicht los.

Ilse Hildebrandt gehört zum Heer der mehr als 800 000 Frauen, die noch in den letzten Wochen des Krieges und unmittelbar danach in die Sowjetunion deportiert wurden. Sie mußten dort in Bergwerken arbeiten, in Steinbrüchen, in Sägewerken, Ziegeleien, Betonfabriken, sie fällten Bäume bei 30 Grad Frost, und wenn sie nach zehn Stunden Knochenarbeit in die Lager kamen, dann erwartete sie dort eine Wassersuppe, ein Kanten Brot, dann erwartete sie eine armselige Baracke mit Holzpritschen, in denen es vor Wanzen und Läusen nur so wimmelte. Und rings um diese Baracken Stacheldraht, Wachtürme und schußbereite Soldaten.

Natürlich war der Tod ihr ständiger Begleiter. Und von manchen wurde er sogar als Erlöser von der täglichen Qual empfunden, von der Ungewißheit, ob sie überhaupt jemals wieder heimkehren würden. Sie wußten nicht, ob ihre Angehörigen noch lebten, sie waren nach Sibirien oder in die Polarregionen Rußlands transportiert worden, in überladenen Güterwagen, und wenn der Zug hielt, dann meist nur, um die inzwischen Verstorbenen auszuladen.

Manchmal treffen sie sich noch. Alte Damen, die in ihren schrecklichen Erinnerungen leben, ihre Gefährtinnen betrauern und die manchmal auch zornig sind. Zornig, weil sie sich allein gelassen und vergessen fühlen. "Wir wurden damals ohne Erklärung unter Waffengewalt festgenommen und über Sammellager nach Rußland deportiert", sagt Ilse Hildebrandt. "Niemand von uns hat jemals eine Arbeitsverpflichtung unterschrieben, sie wurde auch nicht gefordert. Die Genfer Konvention galt damals nur für Kriegsgefangene. Für Zivildeportierte galt sie erst ab 1949. Bis dahin waren wir Frauen und Mädchen rechtlos jeder Gewalt ausgeliefert."

Und als sie heimgekehrt waren, 1949, 1950, da wurden diejenigen, die in der DDR lebten, vom Staatssicherheitsdienst der DDR observiert, sie durften über ihre Leidenszeit nicht sprechen, sie bemühten sich, ein unauffälliges Leben zu führen, ständig in der Angst, wieder der Gewalt anheimzufallen. Sie fühlten sich als die vergessenen Opfer, und daran hat sich auch jetzt nichts geändert. Weder bekommen sie einen Rentenausgleich für die Jahre der Zwangsarbeit, noch haben sie jemals eine Entschädigung erhalten. Im Gegensatz zu den Frauen und Männern, die wegen ihres Widerstandes gegen das kommunistische System vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet und von Militärtribunalen zu langen Haftstrafen verurteilt wurden, gelten die damals deportierten Frauen als "Geltungsgefangene" ohne jeden Anspruch auf Entschädigung. Und von ihrem Schicksal haben die jüngeren Menschen kaum etwas gehört.

"Wir wissen", sagt Ilse Hildebrandt, "daß die Wurzeln für das uns zugefügte Unrecht in der Herrschaft des nationalsozialistischen Regimes liegen. Verantwortlich für Entschädigungen ist deshalb auch Deutschland, nicht das überfallene Rußland."

Die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft UOKG ist die Dachorganisation der Frauen und Männer, die wegen ihres Widerstandes gegen das kommunistische System verurteilt und inhaftiert waren. Sie hat vor kurzem eine Solidaritätsaktion für die deportierten Frauen gestartet.

In einer neuen Bitte um Hilfe heißt es: "Wir wissen natürlich um das schreckliche Leiden der Menschen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern. Wir haben auch unseren Beitrag zur Hilfe dort geleistet. Doch wir dürfen auch die Not hier nicht vergessen. Deshalb geht unsere Bitte um Hilfe an alle, denen das Schicksal der einst deportierten und heute in Armut lebenden Frauen nicht egal ist."

Wer sich an dieser Aktion beteiligen will, den bittet die UOKG um eine Spende
unter dem Stichwort "Internierte" auf das Konto: Deutsche Bank AG, Konto-Nr. 7342 728, Bankleitzahl 100 700 24


Spenden bitte auf das Konto der UOKG, Stichwort „Internierte“:

Nr. 7 342 728 Deutsche Bank Bankleitzahl 100 700 24

Wir danken Ihnen!
Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e. V.
(UOKG) Genslerstraße 66, Raum 315, 13055 Berlin

Download Spendenaufruf DOWNLOAD AUFRUF

weitere Informationen zu deportierten Frauen finden Sie hier
Artikel im Magazin "Stacheldraht" 1/2005