GRATULATION
Die russische Menschenrechtsorganisation MEMORIAL hat am 20. September 2004
in der indischen Stadt Hyderabad den alternativen Nobelpreis verliehen bekommen.
Mit dem folgenden Brief in deutscher und russischer Sprache haben wir Ende September
"Memorial" in Moskau zur Verleihung des Alternativen Nobelpreises gratuliert.
The MEMORIAL Society Moscow
Malyi Karetnyi 12,
RF-03051 Moscow, Russia
Phone: +7-095-2097883
Fax: +7-095-9732094
www.memo.ru
Februar 2004:
Neonazistische Szene in Petersburg - gewaltsame Übergriffe auf MEMORIALFrankfurt/Main, den 21.September 2004
Sehr geehrte Freunde und Kollegen,
wir gratulieren Ihnen aufrichtig zur Verleihung des alternativen Nobelpreis "Für ein würdiges Leben" für Ihre Organisation. Besonders freut es uns, daß diesen Preis auch eine russische Organisation erhalten hat, was gerade heute, auf dem Hintergrund der schroffen Schritte zur Einschränkung der Demokratie in einem europäischen Land, Rußland, so wichtig ist.
Wir schließen uns den Worten des Internationalen Komitees an: "Für den Mut, den Sie in den außerordentlich schwierigen Umständen bewiesen haben". Dank Ihnen erhält die internationale Öffentlichkeit zuverlässige Informationen über den Krieg in Tschetschenien, dank Ihnen geraten in Rußland Begriffe, wie Bewältigung der totalitären sowjetischen Vergangenheit und Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit, nicht in Vergessenheit.
Sehr geehrte Freunde und Kollegen, wir gratulieren Ihnen nochmals und hoffen, daß Sie Ihre Arbeit fortsetzen,
ungeachtet der widrigen Umstände.Karl Hafen, geschäftsführender Vorsitzender
IGFM - Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, Deutschland website
Detlef W. Stein, Bundesgeschäftsführer
UOKG - Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft, Deutschland
Hintergrund: Was ist der "alternative Nobelpreis"?
Alternativer Nobelpreis für Bianca Jagger und MEMORIALNeu Delhi (dpa) - Für ihren Einsatz für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz wird Bianca Jagger mit einem der diesjährigen "Alternativen Nobelpreise" ausgezeichnet.
Die 59-jährige Ex-Frau des Rolling-Stones-Sängers Mick Jagger habe über viele Jahre gezeigt, "wie man Berühmtheit in den Dienst von Ausgebeuteten und Benachteiligten stellt", sagte der deutsch-schwedische Preisstifter Jakob von Uexküll.
Die Preisträger wurden am Montag im südindischen Haiderabad und damit erstmals außerhalb Stockholms bekannt gegeben. Nach dem Schul-Massaker in Beslan wird auch die russische Menschenrechtsgruppe Memorial mit einem der Preise geehrt. "Wir haben die jüngsten Grausamkeiten in Beslan als einen Grund gesehen, warum es wichtig ist, eine solche Organisation auszuzeichnen", sagte von Uexküll. Memorial-Mitarbeiter hätten besonders in Tschetschenien großen Mut bewiesen. Der dritte dotierte Preis geht an den argentinischen Umweltschützer Raul Montenegro.
Den Ehrenpreis teilen sich der Hindu Swami Agnivesh und der Muslim Asghar Ali Engineer aus Indien, die für ihren Einsatz für Toleranz und Verständigung in Südasien ausgezeichnet werden. Die zusammen zwei Millionen schwedischen Kronen (220 000 Euro) dotierten Preise und der Ehrenpreis werden am 9. Dezember in der schwedischen Hauptstadt übergeben.
Mit der Bekanntgabe der Preisträger in Indien signalisiere man dem Süden, "dass es im Norden Menschen gibt, die andere Wege suchen", sagte von Uexküll.
Die "Alternativen Nobelpreise" werden seit 1980 für Leistungen beim Umweltschutz, der Friedenssicherung und der Bekämpfung von Armut und sozialer Ungleichheit vergeben. Die Preisträger kommen überwiegend aus Ländern der Dritten Welt. Von Uexküll will mit dem "Alternativen Nobelpreis" (Right Livelihood Award) auch Kritik an der Vergabe der herkömmlichen Nobelpreise üben, weil diese in der Regel an etablierte Wissenschaftler aus westlichen Ländern gehen.
© Copyright DPA 20.09.2004, 22 Uhr