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Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.
"Haben wir alle genug dafür getan, dass niemand verbittert, weil er sich ein zweites Mal bestraft fühlt ...?"
Presseerklärung der UOKG zum 17. Juni 2004
Wieder einmal werden wir in vielen Orten der Bundesrepublik Deutschland des Volksaufstandes in der DDR im Juni 1953 gedenken, der von den herrschenden deutschen Kommunisten, mit Hilfe sowjetischer Truppen am 17. Juni blutig niedergeschlagen wurde. Und wie in all den Jahren zuvor werden an den Gräbern der Erschossenen und an vielen Gedenkstätten Kränze niedergelegt und Reden gehalten werden, so wie das halt üblich ist, wenn eines historischen Ereignisses gedacht wird.
Und wir, die Widerstand gegen den kommunistischen Terror geleistet haben, wir erinnern uns in diesen Tagen besonders der Rede, die Bundespräsident Dr. Johannes Rau am 17. Juni 2003 im Deutschen Bundestag hielt. Unter anderem sagte er dort:
50 Jahre danach müssen die Opfer Anerkennung erfahren die des 17. Juni und alle anderen, die in der DDR Unrecht erlitten haben. Manches geschieht dafür; dennoch begegne ich immer wieder Opfern des DDR-Regimes, die nicht bekommen haben, worauf sie auch nach meinem Eindruck billigerweise einen Anspruch haben sollten. Da ist manches hinter dem zurückgeblieben, was wir uns unter Gerechtigkeit vorstellen, so schwierig das oft rechtlich zu regeln sein mag. Haben wir alle genug dafür getan, dass niemand verbittert, weil er sich ein zweites Mal bestraft und dazu missachtet fühlt?
Bundespräsident Dr. Johannes Rau wird in wenigen Tagen aus dem Amt scheiden. Seine Rede und die anderer Politiker liegen gedruckt in den Archiven. Geschehen ist sonst nichts. Weder erfüllten sich unsere Erwartungen hinsichtlich einer Opferrente, weder werden die psychischen und physischen Haftfolgeschäden von den meisten Versorgungsämtern als gegeben anerkannt, noch immer werden junge Menschen in den Schulen nicht kontinuierlich über die Verbrechen des Kommunismus unterrichtet.
Ein Jahr nach dem 17. Juni 2003 sind die Hoffnungen, die wir aus der Rede des Bundespräsidenten schöpften, zerronnen. Geblieben ist die Verbitterung.
gez. Horst Schüler
Vorsitzender der UOKG e.V.