Vor 75 Jahren: Deportation von Frauen und Mädchen als „lebende Reparationen“

„Anerkennung und Wiedergutmachung bis heute nicht erfolgt“

Bei ihrem Vormarsch auf Berlin im Frühjahr 1945 setzte die sowjetische Besatzungsmacht mehr als eine halbe Million Deutsche fest, um sie als „lebende Reparationen“ zur Zwangsarbeit in sibirische Lager zu transportieren. Da arbeitsfähige Männer zumeist eingezogen worden waren, waren unter den Betroffenen besonders viele Frauen und Mädchen, die zudem fast alle unzählige Male durch Soldaten der Roten Armee vergewaltigt und gedemütigt wurden. Tausende starben auf der wochenlangen Fahrt in Güterwaggons nach Sibirien oder kamen aufgrund der unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Lagern um. Erst vor wenigen Jahren sind die betroffenen Frauen von der Bundesrepublik für das erlittene Leid entschädigt worden. Von russischer Seite gibt es leider bis heute keine Geste des Bedauerns oder des Respekts.

Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG):

„Für Stalin war es eine Form der Wiedergutmachung. Die Deportation von Zivilisten ist jedoch heute wie früher ohne jeden Zweifel völkerrechtswidrig. Dass die Konferenz der Siegermächte in Jalta die allen bekannte Deportation durch die Sowjets stimmlos akzeptiert hat, war empörend. Eine Anerkennung und Wiedergutmachung von russischer Seite ist bis heute nicht erfolgt.“

Die UOKG ist gerne bereit, Pressevertretern Kontakte zu ehemals Betroffenen zu vermitteln.

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