„Anerkennung und Wiedergutmachung bis heute nicht erfolgt“

Bei ihrem Vormarsch auf Berlin im Frühjahr 1945 setzte die sowjetische Besatzungsmacht mehr als eine halbe Million Deutsche fest, um sie als „lebende Reparationen“ zur Zwangsarbeit in sibirische Lager zu transportieren. Da arbeitsfähige Männer zumeist eingezogen worden waren, waren unter den Betroffenen besonders viele Frauen und Mädchen, die zudem fast alle unzählige Male durch Soldaten der Roten Armee vergewaltigt und gedemütigt wurden. Tausende starben auf der wochenlangen Fahrt in Güterwaggons nach Sibirien oder kamen aufgrund der unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Lagern um. Erst vor wenigen Jahren sind die betroffenen Frauen von der Bundesrepublik für das erlittene Leid entschädigt worden. Von russischer Seite gibt es leider bis heute keine Geste des Bedauerns oder des Respekts.

Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG):

„Für Stalin war es eine Form der Wiedergutmachung. Die Deportation von Zivilisten ist jedoch heute wie früher ohne jeden Zweifel völkerrechtswidrig. Dass die Konferenz der Siegermächte in Jalta die allen bekannte Deportation durch die Sowjets stimmlos akzeptiert hat, war empörend. Eine Anerkennung und Wiedergutmachung von russischer Seite ist bis heute nicht erfolgt.“

Die UOKG ist gerne bereit, Pressevertretern Kontakte zu ehemals Betroffenen zu vermitteln.

Sehr geehrte Damen und Herren,
in Kooperation mit dem Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. sucht die UOKG e.V. Zeitzeugen für die geplante Veranstaltung „Tribunal DDR-Zwangsarbeit“ vom 11. – 13. September 2020.

Die Veranstaltung „Tribunal DDR-Zwangsarbeit“ wird in Form einer Gerichtsverhandlung organisiert sein. Hochkarätige Experten aus dem In- und Ausland zu Menschenrechtsfragen, insbesondere auf dem Gebiet der Zwangsarbeit, werden als Juroren fungieren und ehemalige politische Gefangene werden zur Zwangsarbeit in den ehemaligen Gefängnissen der DDR als Zeugen aussagen.
Wir bitten Sie daher zu überlegen, ob Sie bereit wären an dieser Veranstaltung als Zeuge teilzunehmen und bitten Sie zugleich diesen Aufruf an andere Betroffene weiterzuleiten.
Wenn Sie sich für eine Teilnahme entscheiden, bitten wir Sie den beigefügten Fragebogen zur Zwangsarbeit auszufüllen.
Im weiteren Verlauf der Vorbereitungen werden die Zeitzeugen so ausgewählt, dass sich ein größtmögliches Spektrum der Formen der Zwangsarbeit in den ehemaligen DDR-Gefängnissen widerspiegelt.
Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Dombrowski

Für ein Interviewprojekt zum Kinderheim Werftpfuhl suche ich Menschen, die zwischen 1947 und 1987 in Werftpfuhl oder den später angegliederten Heimen Groß Köris, Bollersdorf und/oder Borgsdorf untergebracht waren. Ich führe lebensgeschichtliche Videointerviews – in der Regel bei den Menschen in ihrem Zuhause. Diese Interviews werden im Original, völlig unbearbeitet, in das Archiv der Bundesstiftung eingelagert werden, um sie als historische Quelle im Sinne von oral history u.a. zu forschungsrelevanten Fragestellungen nutzen zu können. Das Projekt wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert und läuft bis Mitte 2021.

Für dieses Projekt suche ich sowohl ZeitzeugInnen, die zu einem lebensgeschichtlichen Videointerview bereit wären als auch solche, die zwar kein solches Interview geben möchten, mir aber – ohne Aufzeichnung – von ihren Erfahrungen erzählen würden und mich eventuell ihre bisher gefundenen Heimakten einsehen ließen oder mir gar zur Verfügung stellen würden. Für jede Art der weiterhelfenden Information bin ich dankbar.

Sie erreichen mich unter pohlmeier@alexandra-pohlmeier.de oder unter 01578/488 29 69.

Seit über 15 Jahren führe ich, Alexandra Pohlmeier, Filmemacherin seit 1986, lebensgeschichtliche Interviews mit Menschen, die in der DDR Repressionen ausgesetzt waren.