Mit der szenischen Lesung „erinnert – Hautnah – erzählt“ will die Initiative „Geschichte zum Anfassen“ auf die Tortur „Haft mit Körperverletzung“ im Klinikum Berlin-Buch ab 1971 sowohl auf einer unterhaltsamen, wie auch kritischen Bühne aufmerksam machen.

Genau wie die Bundesrepublik Deutschland wurde die DDR im September 1973 in die Vereinten Nationen aufgenommen. Damit schlossen sie sich der schon am 10. Dezember 1948 verkündeten UN – Menschenrechtscharta an. Im Artikel 5 steht geschrieben: „Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.“ Dennoch erfuhren in der DDR tausende, zum Teil sogar minderjährige Schutzbedürftige statt Hilfe psychische Folter, sexualisierte Gewalt und erlebten Missbrauch zu medizinischen Forschungszwecken. So geschah es auch im ehemaligen Klinikum – Medizinbereich I, Haus 114 Station C, wo Schutzbefohlene ab dem 12. Lebensjahr ohne Voruntersuchung sowie gesicherter Indikation unter haftähnlichen Bedingungen zwangseingewiesen wurden.

Die Erfahrungen und Erinnerungen der Betroffenen von medizinischem Missbrauch, gilt es aus der Opfer- und Tätersicht durch das Projekt aufzuarbeiten sowie wachzuhalten.

Martina Blankenfeld, Initiatorin: „Ich möchte als Zeitzeugin bei der Aufarbeitung der Diktatur ein Wörtchen mitreden und Geschichte zum Anfassen kreieren!“

Szenische Lesung: aus Opfer-Täter-Originaldokumenten auf der Bühne

26.06.19: 15 Uhr öffentliche Generalprobe mit anschließender Pressekonferenz im Rathaus Berlin-Pankow, Breite Str. 24a-26, 13187 Berlin

27.06.19: 19 Uhr Uraufführung

28.06.-bis 29.06.19: 19 Uhr reguläre Aufführungen

Eintritt: 5€

berlinpass: freier Eintritt

Projektträger: Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.

Gefördert vom Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Land Berlin

Ansprechpartnerin: Antonia Sternberg; 0152/34107050; tonisternberg95@googlemail.com